Fahrt nach Champvans 2004  

Besuch in Champvans vom 29. bis 31. Mai 2004

Impressionen


 

 

Keine Pflicht, sondern ein Besuch bei Freunden

Von Annette Gast-Prior

Sogar der Busfahrer der Hüffenhardter Reisegesellschaft, die am Montag von Frankreich heimkehrte, schloss sich der Meinung an: Drei erlebnisreiche Tage in der Partnergemeinde Champvans waren kein Pflichtprogramm, sondern ein Besuch bei Freunden.

Dass dieser drei statt wie sonst zwei Tage dauerte, hatten die Gastgeber in der kleinen Gemeinde im Französischen Jura nahe Dole für ein besonderes Programm genutzt. 50 Hüffenhardter und Kälbertshäuser, darunter auch viele junge Familien mit Kindern, verbrachten nach der Ankunft den Samstagabend mit ihren Gastfamilien.

Voraus ging ein offizieller Empfang, bei dem die Bürgermeister beider Gemeinden in der jeweils fremden Sprache ihre Reden hielten - viel kommentiert nicht nur wegen ihres Inhalts. Beide betonten, man sehe in den jährlichen Freundschaftstreffen keinen Zwang, um dem Partnerschaftsvertrag vom 18. April 1980 Genüge zu tun. Vielmehr empfänden die beteiligten Familien eine zunehmende Verbundenheit. Der französische Bürgermeister Dominique Michaud nahm positiv Stellung zur EU-Osterweiterung und ordnete die Partnerschaft mit Hüffenhardt ein: "Auf unserem bescheidenen Niveau tragen wir dazu bei, das Europa von morgen zu bauen", sagte Michaud. Den europäischen Gedanken des Zusammengehörens will auch sein Hüffenhardter Amtskollege Bruno Herberich fördern und überreichte als Gastgeschenk eine Bank mit den von Bauhofleiter Torsten Hahn eingeschnitzten Wappen der Partnergemeinden und das Spiel "Deutschlandreise", das den Kindern das Nachbarland näher bringen soll. Der Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees, Marc Federspiel, ermunterte Deutsche und Franzosen, weiter aufeinander zuzugehen. Federspiels Dank schloss sich die Hüffenhardter Komitee-Leiterin Renate Näveke an, die an die Landung der Alliierten in der Normandie erinnerte und die politische Tragweite von Partnerschaften hervorhob.

In Dole verbrachten die meisten Anhänger der "Jumelage" auf dem großen Pfingstfest den Abend. Schon der Umzug, eine Mischung aus Oldtimer-Parade, Karneval und Musikfest, beeindruckte die Deutschen. Das mitternächtliche Musikfeuerwerk lobten die, die lange genug ausgeharrt hatten. In einem modernen Panoramazug machten sich am Sonntagmorgen mehr als 100 Personen auf den Weg nach Saint Claude, der Hauptstadt des hohen Jura. Dort besichtigte die Gesellschaft ein Pfeifenmuseum, eine Diamantenschleiferei und die Kathedrale. Heiter verlief ein bunter Abend in der Festhalle. Das Buffet, zu dem alle Gastgeber beitrugen, erntete ebenso viel Lob wie die Musik einer Percussions-Gruppe und der Band Banda-Jazz.

Schon auf der Rückfahrt diskutierten die Reisenden über ein Programm zum 25. Geburtstag der Partnerschaft im nächsten Jahr. In zwei Wochen beginnen im Komitee die Vorbereitungen für das Jubiläum.

(Bericht aus der Kraichgau Stimme vom 3. Juni 2004)

 

Ein Hoch auf die Partnerschaft, die seit bald einem Vierteljahrhundert besteht: In Feststimmung war die Abendgesellschaft beim Treffen von Deutschen und Franzosen am Pfingstwochenende in Champvans. (Foto: Annette Gast-Prior)

 

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