Patenschaft mit der 5./PzFlakBtl 12    

Mensch hinter der Uniform sehen
Bericht vom 8. Mai 2004 - Von Annette Gast-Prior

Ein einmaliger Anlass brachte diese Woche Vereinsvertreter, Gemeinderat und Verwaltung in Hüffenhardt im Schützenhaus zusammen: Im Tarnfleckanzug war der Besuch aus der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne erschienen, um sich über eine eventuelle Patenschaft auszutauschen.

Die 5. Batterie des Panzerflugabwehrkanonenbataillons 12 ist die Einheit am Bundeswehrstandort Hardheim, die in Frage käme, mit Hüffenhardt eine Patenschaft einzugehen. Den Wunsch, sich derart der Zivilbevölkerung anzunähern, hatte Detlef Piepenburg, Landrat im Neckar-Odenwald-Kreis, auf Anfrage von Bundeswehrseite an die Kreisgemeinden herangetragen. Der Hüffenhardter Gemeinderat hat Interesse signalisiert, jetzt sollte das Treffen beim Schützenverein klären, wie das Heer das Anliegen umsetzen will. Ob es überhaupt dazu kommt, ist offen. Der Rat wird in seiner Sitzung am 11. Mai darüber befinden.

"Wir wollen nicht die Bürgernähe verlieren, wenn die Wehrpflicht ausgesetzt wird", führte Hauptfeldwebel Jürgen Vogel als Sprecher der Batterie den wichtigsten Beweggrund aus. Wenn im Rahmen einer Patenschaft Zeit- und Berufssoldaten der Einheit Kontakt zu Vereinen bekommen könnten, würde die Präsenz der Soldaten bei öffentlichen, zivilen Anlässen demonstrieren: "Wir sind Teil der Gesellschaft." Der Berufssoldat verhehlte nicht, dass auch die Werbung für die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr ein wichtiger Aspekt bei solchen Begegnungen sei. Hüffenhardt am Hardheim entgegengesetzten Rand des Kreisgebiets habe man ins Auge gefasst, weil es erfahrungsgemäß in kleineren Gemeinden eher gelinge, eine Verbindung - in der Regel über einen Verein - herzustellen.


Hauptfeldwebel Jürgen Vogel, Bürgermeister Bruno Herberich und Oberleutnant Frank Müller (von rechts) erwägen eine Patenschaft. (Foto: Gast-Prior)
Detailliert stiegen die Vereinsvorstände in die Diskussion ein, wie und mit wem man den Kontakt organisieren könnte. Dass dies nicht Aufgabe der Gemeindeverwaltung sein sollte, war dabei Konsens; Einladungen zum Fußball-Gerümpelturnier, zum Straßenfest oder zum Jedermannlauf beim Sommerbiathlon konnten sich die Vereinsvertreter vorstellen.
Für Hüffenhardts Bürgermeister Bruno Herberich würde bei einer Patenschaft der Aspekt, "den Menschen hinter der Uniform zu sehen" im Vordergrund stehen. Auch Begegnungen mit der Jugend, bei denen durchaus kritische Einstellungen zu Wehrpflicht und Militär diskutiert würden, sind für ihn denkbar. Darüber, dass eine Patenschaft auf Freiwilligkeit beruhen und gemeinsame Aktivitäten einvernehmlich gestaltet werden müssten, war man sich einig. Am Dienstag wird der Gemeinderat entscheiden.
   

 

Hüffenhardt schließt Patenschaft mit Bundeswehr-Einheit
Bericht vom 13. Mai 2004 - Von Annette Gast-Prior

Der Hüffenhardter Gemeinderat hat sich ohne weitere Diskussion für eine Patenschaft mit einer Bundeswehreinheit entschieden. Bei gesellschaftlichen Anlässen wird die Gemeinde künftig den Austausch mit der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne pflegen.

Die 5. Batterie des Panzerflugabwehrkanonenbataillons 12 hatte sich vergangene Woche in Hüffenhardt einer Versammlung aus Gemeinderäten und Vereinsvorständen mit Bürgermeister Bruno Herberich als Gesprächsleiter vorgestellt: Als eine Heereseinheit mit guten militärischen Ausbildungsmöglichkeiten, die über Landrat Detlev Piepenburg bei den Kommunen im Kreis Anbindung an das gesellschaftliche Leben sucht. Dass auch Nachwuchswerbung dabei ein Interesse ist, wurde bei dem Gespräch deutlich. Nachdem die Bundeswehr als Pflichtarmee ein "Auslaufmodell" ist, sieht die Mehrheit des Hüffenhardter Rats eine Patenschaft als Möglichkeit, den Kontakt mit Soldaten zu pflegen. Wenn sich das Heer zu einer Freiwilligen-Armee entwickelt, haben solche Anbindungen an das zivile Leben größere Bedeutung denn je, war die Meinung des Bürgermeisters, der sich das Gremium anschloss. Herberich sah in der Zustimmung zu einer Patenschaft mit der Einheit am anderen Ende des Kreises "kein Votum für oder gegen eine bestimmte Militärpolitik". Sein Vergleich nach der Abstimmung mit zwei Gegenstimmen: "Jeder ist gegen ein Feuer, aber niemand gegen die Feuerwehr."

Hüffenhardt leistet mit seinem Beschluss in diesem Sinne einen wichtigen Beitrag, die Bundeswehr als Teil der Gesellschaft zu etablieren. Bei Hüffenhardter Festen, zu denen Abordnungen aus Hardheim eingeladen werden sollen, oder bei Anlässen in der Kaserne, die von Gemeindegliedern besucht werden, sollen "Soldaten als Menschen in Uniform" wahrgenommen werden. Den Kontakt soll auf Gemeindeseite ein Patenschaftsgremium pflegen, in dem sich Herberich auch Vertreter und Vertreterinnen aus dem Rat wünscht. Die Verbindung über einen einzigen Verein aufzubauen, wie es bei anderen Partnerschaften üblich ist, hält in Hüffenhardt niemand für sinnvoll: Die Gemeinde ist trotz ihres vielfältigen Vereinslebens überschaubar genug, um Ansprechpartner aus verschiedenen Gruppierungen zu benennen.

 

   


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