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Feierliches Gelöbnis am 21.
September 2005 in Hüffenhardt Im Rahmen der Patenschaft fand am 21. September auf dem Hüffenhardter Sportplatz ein öffentliches Gelöbnis von über 300 SoldatInnen aus Hardheim und Külsheim statt. Über 1.500 Gäste besuchten die Veranstaltung, darunter viele Angehörige der Rekruten, teilweise über mehrere hundert Kilometer angereist. Als Rahmenprogramm informierten die Einheiten über ihren Auftrag, die Ausrüstung und Waffensysteme. |



Mehr als 1.500 Besucher strömten am letzten Mittwoch bei herrlichem Spätsommerwetter zum Hüffenhardter Sportgelände, um beim Feierlichen Gelöbnis von insgesamt 310 Rekruten aus den Standorten Hardheim und Külsheim dabei zu sein. Bereits nachmittags begann die Großveranstaltung, die von den örtlichen Vereinen bewirtet wurde, mit Informationen über die Bundeswehr sowie einer statischen und dynamischen Waffenschau. Große Resonanz hatte der ökumenische Feldgottesdienst, der unter einem Birkenkreuz von Militärpfarrer Christian Sauer sowie den Ortsgeistlichen Roman Gumbel und Christian Ihrig auf dem Reitgelände zelebriert wurde.
Das Gelöbnis selbst begann mit dem Einmarsch der einzelnen Truppenteile, voran die Patenbatterie der Gemeinde, die 5. PzFlakBtl 12, mit dem kräftigen Westerwald-Marsch. Anschließend die 3. Kompanie des Panzerbataillons 363 mit Teilen der Panzerpionierkompanie 300 und die 7. Kompanie des Logistikbataillons 12 Külsheim. Unter den Klängen von "Preußens Gloria" marschierte schließlich die Ehrenformation mit dem Fahnenzug, angeführt vom Luftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe unter Stabsführung von Hauptmann Manfred Heidler, ein. Zur Gelöbniszeremonie übergab dann der Führer der Gelöbnisaufstellung, Major Guido Pfeifer, an Oberstleutnant Carsten Breuer, Kommandeur des Panzerflugabwehrkanonenbataillon 12. Gemeinsam mit Bürgermeister Bruno Herberich schritt dieser die Front der angetretenen Soldaten ab.



OTL Breuer begrüßte die jungen Soldaten und deren Angehörige, die vielfach mehrere hundert Kilometer angereist waren, sowie die zahlreichen Ehrengäste, darunter auch der designierte Landrat Dr. Brötel.
In seiner Ansprache unterstrich Bgm. Herberich die Notwendigkeit eines jeden Staatsbürgers sich für die Gesellschaft einzubringen; unser Staat sei dies wert. "Mit dem Dienst als Soldat der Bundeswehr leisten Sie einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und die Sicherung der Freiheit und Demokratie in unserem Land und auch darüber hinaus", so der Bürgermeister anerkennend zu den Rekruten. Trotz Professionalisierung und Spezialisierung in der Truppe und zurückgehender Einberufungszahlen, sprach er sich für den Erhalt der Wehrpflicht aus. "Durch die Wehrpflicht ist die Bundeswehr in der Gesellschaft präsent. Kein Jahrgang, kaum eine Familie, in der Thema nicht irgendwann Gegenstand der Diskussionen ist." Nicht nur der militärische Dienst sei für unser Land wichtig sondern auch Friedensmissionen und humanitäre Dienste. Insbesondere diese prägen ein positives Bild von Deutschland. Auch die multifunktionalen Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Innern sprach der Bürgermeister an. "Umsonst lebt der, der Keinem Nutzen bringt," gab Bürgermeister Herberich den Rekruten mit auf ihren weiteren Weg und beglückwünschte die versammelte Mannschaft zu ihrem feierlichen Gelöbnis.
Die Erfahrungen der ersten Monate als Soldat schilderte Kanonier Florian Wetler als Sprecher der Rekruten. Geprägt von unterschiedlichsten Schilderungen ehemaliger Soldaten, habe jeder seinen Dienst angetreten. Zunächst die Gewöhnung an eine neue Umgebung, das militärische Leben und dazu noch die besonderen Erfahrungen des Wohnens in einer Gemeinschaftsunterkunft, wo "man sein Zimmer mit fünf wildfremden Menschen teilen" und überdies auf so manchen zivilen Luxus verzichten muß. Auch die Aufgabe eines Teils der persönlichen Freiheit sei eine Umstellung gewesen. Als besondere Erfahrung hob Wetler die Kameradschaft hervor, das gegenseitige Füreinander und die Verlässlichkeit untereinander. "Entweder man kommt in einer Gruppe gemeinsam an oder gar nicht."
Bataillonskommandeur OTL Carsten Breuer stellte in seiner Gelöbnisrede die Frage in den Raum, ob es heute noch zeitgemäß und politisch verantwortlich sei, junge Männer zum Wehrdienst heranzuziehen. Ihnen neun Monate Entbehrungen, Einschränkungen in der freien Entfaltung zuzumuten. Für seine Antwort nach dem Motiv erinnerte er an das Kriegsende vor 60 Jahren und die Nachkriegszeit, als Deutschland in Schutt und Asche lag. Der 8. Mai sei zwar der Tag der Niederlage, gleichzeitig jedoch ein Tag der Befreiung von der Tyrannei des Nazi-Terrorregimes und die Geburt eines neuen Deutschlands. Die darauf folgende politische Ausrichtung und internationale Einbindung habe unserem Land die längste Friedenszeit gebracht. Dazu gehöre seit Mitte der 50er Jahre untrennbar die Bundeswehr, so der Bataillonskommandeur. "Die enge Anbindung der Bundeswehr als parlamentarische Armee, ihre Ausrichtung allein am Primat der Politik hat nicht nur für ihre Anerkennung in der Gesellschaft und internationalen Gemeinschaft gesorgt, sondern die Bundeswehr hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten bewiesen, dass sie niemals wieder ein Staat im Staate sein kann. Wir als Soldaten sind Teil der rechtsstaatlichen Demokratie.", verlieh Oberstleutnant Breuer seiner Überzeugung Ausdruck, dass es ohne Bundeswehr keine Bundesrepublik Deutschland gebe. Es sei erforderlich bei allen Spargedanken, vor allem über die Menschen nachzudenken, die "ihre Haut zu Markte tragen".
Er erinnerte an das Attentat vom 20. Juli 1944, in dessen Tradition sich die Bundeswehr bewusst stelle. Zeige dieser Widerstand doch deutlich, wo die Grenzen eines Eides zu finden sind. "Niemand ist vor sich selbst, vor Gott, vor seinem Gewissen entschuldigt, nur weil er einen Eid oder ein Gelöbnis geleistet hat. Jeder von uns trägt persönlich Verantwortung, ..." stellte Oberstleutnant Breuer klar.
Die Bundeswehr befinde sich im Umbruch, neue Aufgaben stünden im Vordergrund. Internationalen Terrorismus zu bekämpfen, Gefahren für Deutschland abzuwenden, Frieden zu bewahren und Stabilität zu schaffen seien die Hauptaufgaben der heutigen Bundeswehr, so der Kommandeur. Die Anwesenheit der zahlreichen Gäste zeige die Verbundenheit, aber auch die Verantwortlichkeit der Gesellschaft für die Soldaten und deren Einsätze, wo immer auf der Welt diese auch stattfinden. "Mischen Sie sich ein und verdeutlichen Sie immer wieder, dass Ihnen Ihre Soldaten am Herzen liegen", appellierte Breuer an die Besucher.
Damit die Sicherheit nicht nur als Dienstleistung gesehen wird, für die man bezahlt, sondern das Interesse der Bevölkerung an der Bundeswehr auch weiterhin bestehen bleibt, sprach auch er sich für den Erhalt der Wehrpflicht aus. Abschließend dankte Oberstleutnant Breuer allen Rekruten für deren wertvollen und wichtigen Dienst.

Vor den Fahnenabordnungen der einzelnen Truppenteile legten dann jeweils vier Rekruten aus den angetretenen Einheiten, gemeinsam mit ihren Kameraden, feierlich das Gelöbnis ab, "Der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Bekräftig wurde dies per Handschlag von den Kommandeuren sowie den Bürgermeistern Herberich und Dr. Brötel.



Eine Strophe des Badnerlieds, das von den einheimischen Besuchern lebhaft mitgesungen wurde, und die ebenfalls kräftig gesungene Nationalhymne bildeten den musikalischen Rahmen.
Nach dem Ausmarsch des Musikkorps und der Ehrenformation beendeten die Einheiten die Gelöbnisfeier mit ihren Schlachtrufen bevor ein Flugabwehrkanonenpanzers Gepard das Gesamtzeremoniell mit einem donnernden Feuerstoß eindrucksvoll abschloß.

Während in der Halle ein Empfang für die geladenen Gäste stattfand, bewältigten die Vereine den Ansturm auf die letzten Steaks und Grillwürste.
Sichtlich zufrieden mit der gesamten Veranstaltung zeigten sich schließlich alle Beteiligten. Seitens der Gemeinde gilt ein Dankeschön den Vereinen und Organisationen sowie der Bundeswehr für das Engagement, ohne das eine solche Großveranstaltung nicht möglich wäre, den unmittelbaren Anwohnern und Betroffenen für ihr Verständnis und der Bevölkerung für die positive Resonanz.
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