Hüffenhardt & Champvans - 25 Jahre Partner und Freunde   

 

25 Jahre Gemeindepartnerschaft Hüffenhardt - Champvans
"Silberhochzeit" konnte man heuer beim Besuch der Franzosen feiern. Und Partnerschaftskomitee wie auch Gemeinde hatte sich alle Mühe gegeben, dem Anlaß einen entsprechenden Rahmen zu verleihen.

Gemeindepartnerschaft ist in den Herzen der Menschen gewachsen

Am 24./25. September 2005 feierte Hüffenhardt sein Silberjubiläum mit seiner französischen Partnergemeinde, auch mit Bekenntnissen zu Europa

Glockenklang läutete ein neues Vierteljahrhundert in der Gemeindepartnerschaft zwischen Hüffenhardt und dem französischen Champvans ein: Die Messingglocke, deren Band die Gemeindewappen zieren, war nicht das einzige symbolträchtige Geschenk bei den Feierlichkeiten am Wochenende.

Dem Anlass angemessen, verlieh ein umfangreiches Programm der offiziellen Feier zur Silberhochzeit der Jumelage Glanz – und doch waren es die herzlichen, freundschaftlichen Begegnungen der Gastfamilien untereinander, die einmal mehr deutlich manifestierten, was das Fundament dieser Partnerschaft bildet. Empfangen hatten die Hüffenhardter ihre Gäste heuer in Bruchsal, wo eine Führung im Schloss und durch das Musikautomatenmuseum einen Höhepunkt im Besuchsprogramm markierten.

Zum ersten Mal feierten Deutsche und Franzosen am Sonntag in der evangelischen Dorfkirche einen gemeinsamen zweisprachigen ökumenischen Gottesdienst, in dem Pfarrer Christian Ihrig und sein katholischer Kollege, Priester Innocent Ezeani, den Predigtinhalt mit Gedanken zur Brüderlichkeit verbanden. Die deutsche Version eines Glückwunschreibens aus Hüffenhardts ungarischer Partnergemeinde Máriakálnok verlas Bürgermeister Bruno Herberich anschließend an den Gottesdienst, die französische Ausfertigung der Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees, Marc Federspiel. Neben seiner deutschen Kollegin im Ehrenamt, Renate Näveke, war er  zwei Tage lang auch als Übersetzer gefragt.

Der Samstag Abend gehörte dem Festakt, doch trotz des offiziellen Anstrichs betonten die amtierenden Bürgermeister: Ohne die persönlichen Kontakte und unablässigen Austausch, auch außerhalb der jährlichen Begegnungen, „wäre die Partnerschaft nur ein Stück Papier“. Herberichs Einschätzung, „es sind die Menschen, die die Partnerschaft zum Leben bringen“, teilte sein französischer Kollege Dominik Michaud. Nach René Roquelle und Alain Raby ist er der dritte französische Bürgermeister, seit die beiden Gemeinden ihre Partnerschaft pflegen, auf deutscher Seite war Herberichs Vorgänger Otto Freyh als Gründervater der Jumelage am 19 April 1980 einer der Ehrengäste. Mit dem Wunsch und dem Willen, einen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und zur Demokratie in einem vereinten Europa zu leisten, waren die beiden Dörfer im Kraichgau und im französischen Jura vor 25 Jahren angetreten. Zur Silberhochzeit hätten sie sich zu einem gestandenen Paar entwickelt, verglich Herberich mit einer dauerhaften Ehe – nicht, so zitierte er aus der großen Politik, an Verträgen gewachsen, sondern in den Herzen der Menschen. Auch künftig wolle man diese Freundschaft „nicht nur als ein Geschenk, sondern auch als eine Aufgabe betrachten“. Michaud ging auf das Referendum Frankreichs ein, das kürzlich die EU-Verfassung abgelehnt hatte: „Das darf nicht die Beziehungen der Gemeinden stören“, sagte er, sondern sah im Gegenteil Deutschland und Frankreich nach wie vor als „Motor, wenn es um den Aufbau Europas geht“. Dass die Kinder und Kindeskinder die Jumelage fortführen, wünschte Federspiel für das französische Partnerschaftskomitee, auf deutscher Seite appellierte Näveke an alle Festgäste, Unterschiede in Gewohnheiten, Bräuchen und Lebensart zu akzeptieren, zu respektieren und bestehen zu lassen.

In den internationalen Sprache der Musik trugen der Chor Join us und die Wollenbachmusen zum Gelingen der Feier bei. Die Turnkinder unter Annette Holoch und Anja Noack ernteten herzlichen Applaus für ihren Tanzbeitrag. (Bericht Annette Gast-Prior)

 

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