 |
„Das ist Europa, und nicht
die überbordende Bürokratie, die leider immer wieder das Bild prägt.“ So das
Fazit der beiden Bürgermeister Bruno Herberich (Hüffenhardt) und Dominique
Michaud (Champvans), die eine Woche gemeinsam mit Jugendlichen aus
Hüffenhardt, Champvans (Frankreich) und Máriakálnok (Ungarn) verbrachten. Im
Rahmen der Gemeindepartnerschaften, die Hüffenhardt mit beiden Gemeinden lebt,
waren 31 Jugendliche vom 25. August bis 1. September zum gegenseitigen
Kennenlernen in der Mehrzweckhalle zusammen. Betreuer aus den drei Gemeinden
und ein ganzer Stab für die Versorgung engagierten sich ehrenamtlich bei
diesem ersten Jugendcamp. |
|
Die
anfängliche Zurückhaltung legte sich schnell. Schon am Samstag bei der
Ortserkundung mischten sich die Gruppen. Es galt Fragen aus Hüffenhardt und
den beiden anderen Gemeinden zu beantworten sowie Aufgaben zu lösen. Von den
Einwohnerzahlen über die Anzahl der Rathausfenster, den Kirchen, Schulhäusern
und Brunnen bis zu den Vereinen und Hauptstädten reichten die Fragen. Typische
Backwaren galt es ebenfalls zu beschaffen, wie Wurst, ein Getränk
(Palmbräu-Bier), (Süd-)Zucker und ein Körperpflegeprodukt des Hüffenhardter
Unternehmens Mann & Schröder sowie ein Zeichen einer bekannten Automarke
unserer Gegend (Audi). Besonderen Anklang fanden bei der Präsentation am Abend
die landestypischen Produkte aus Deutschland, Frankreich und Ungarn, das
Aufsagen eines Satzes in der jeweils fremden Sprache und als Höhepunkt das
gemeinsame Singen oder Summen einer der drei Nationalhymnen durch die Gruppen.
Der Sonntag war der
umweltfreundlichen Fortbewegung gewidmet. Morgens ging es per Velo zum
ökumenischen Gottesdienst nach Kälbertshausen. Von den beiden Pfarrern Ihrig
und Gumbel zelebriert und musikalisch gestaltet von Kantor Schreiner, wurden
Lieder in deutsch und französisch gesungen. Spontan begleitete die 14-jährige
Manon Dubois (Champvans) ein Lied auf ihrer Querflöte. Ein Vergnügen, auf dem
Rückweg teilweise aber auch sportliche Herausforderung, war die Radtour am
Nachmittag nach Mosbach. Vom Rathausturm gab es einen hervorragenden Blick
über die Stadt, Elz- und Neckartal sowie den Odenwald - und auch zum
herannahenden Gewitter. Bereichert wurde der Besuch der Kreisstadt durch das
an diesem Tag stattfindende Straßentheater.
Ein Höhepunkt - im
wahrsten Sinn des Wortes - war montags der Besuch des Hochseilgartens in
Mudau-Steinbach. Mit „Teamspirit“ war der Tag überschrieben, und solchen
erlebten die Teilnehmer. Mit sprachlichem Multi-Kulti, viel Spaß und
hervorragendem Zusammenwirken genoß die trinationale Gruppe die Kletter- und
Geschicklichkeitsanforderungen. Auch der zum Schluß strömende Regen tat der
Begeisterung keinen Abbruch. Am Dienstag erkundeten die Teilnehmer Heidelberg.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging es Hüffenhardt aus über Neckarelz in die
Universitätsstadt. Bei einer auf die jungen Besucher abgestimmten Stadtrallye
und einer Rundfahrt mit dem Solarboot lernte die Gruppe die Stadt kennen. Dem
Wetter zum Opfer fiel die für Mittwoch geplante Kanutour auf der Jagst. Statt
dessen bot das Aquatoll Neckarsulm eine hervorragende Alternative. Einen
halben Tag verbrachten die Jugendlichen mit Begeisterung in dem Spaßbad. Nach
ungarischen und französischen Abenden, sorgte die deutsche Gruppe an diesem
Abend für Unterhaltung. Zu später Stunde gab es noch Karaoke-Einlagen, sogar
von Bürgermeister Herberich.
Spiel ohne Grenzen war am
Donnerstag Synonym für kollektive Fröhlichkeit am Sportgelände. In bunt
gemischten Gruppen sorgten sportlich-spaßige Spiele für Unterhaltung.
Besonders das „Astronauten-Training“ beschied Teilnehmern wie Zuschauern
Lachtränen. Am letzten gemeinsamen Abend wurde am Lagerfeuer mit
Grillspezialitäten aus der Büttner-/Horsch’schen Küche gefeiert. Mit Liedern
dankten die Teilnehmer den Betreuern, den Chefköchen Jürgen Büttner und Helmut
Horsch mit Ehefrauen und Renate Näveke sowie den Helfern für ihre Mühen.
Dankesworte sprachen ebenfalls die Bürgermeister Herberich und Michaud und als
Sprecherin der Eltern Ulrike Weyher. Wie die Gesamtgruppe zusammengewachsen
war, zeigte sich besonders an diesem Abend, der schließlich zur „nuit
blanche“, wie die Franzosen sagen, wurde.
Leicht übermüdet,
glücklich über das gemeinsam Erlebte und die neuen Freunde, aber auch mit
Tränen in den Augen, wurde am Freitagmorgen Abschied genommen. Zuvor wurden
noch Adressen ausgetauscht und die Hoffnung auf ein Wiedersehen ausgedrückt.
Eine „europäische Woche“, an der alle Freude hatten und mit Begeisterung dabei
waren ging zu Ende. (bh)
|