Bernadette Müller ist Deutsche Meisterin im Sommerbiathlon

In Oberhof lief sie ihren Altersgenossinnen davon und traf ins Schwarze

Von Annette Gast-Prior

   

„Ich bin völlig unbelastet gestartet“, sagt Bernadette Müller von ihrem Einsatz bei der Deutschen Sommerbiathlon-Meisterschaft im bekannten Wintersport-Domizil Oberhof in Thüringen. Umso glücklicher kehrte sie als Deutsche Meisterin beim Massenstart am Sonntag heim nach Hüffenhardt.

Telefonisch war die Nachricht schon bis zum Heimatverein durchgedrungen. Früh genug, dass den Vereinskameraden vom Kleinkaliber Schützenverein 1924 e.V. KKS Zeit blieb, mitten im Ort ein Transparent zu spannen und mit einem Sektempfang auf der Straße seine Siegerin willkommen zu heißen. Eine perfekte Überraschung, die gleich auch ungezählte Passanten aufklärte, was es hier zu feiern gab.

Seit zwölf Jahren sind die schießenden und laufenden Hüffenhardter Sommerbiathlon-Spezialisten und richten alle zwei Jahre die Landesmeisterschaften des Badischen Schützenbundes und die Qualifikationswettkämpfe für die Deutsche Meisterschaft aus. Seit 1997 ist Müller eine der Favoritinnen im Verein, die sich bis auf ein Jahr Pause regelmäßig für „die Deutsche“ qualifizierte. Regelmäßig scheiterte sie auch an den zum Teil über 20 Jahre jüngeren Gegnerinnen, die ihr im Laufen überlegen waren. Anders am Wochenende: Zum ersten Mal hatten die Wettkampfrichtlinien auch unter den Erwachsenen differenziert und eine Altersklasse ab 45 angeboten. Eine reale Chance für die 1959 Geborene, sich an adäquaten Gegnerinnen zu messen.

 

Bereits am Freitag hatte sie sich auf der Drei-Kilometer Sprintstrecke, auf der das Luftgewehr zwei Mal zum Einsatz kommt, der laufstarken Karin Arnold aus Niedersachsen gestellt und den Vize-Titel gewonnen. Dass die starke Gegnerin sich danach auf den Staffellauf konzentrierte, wertet Müller als Glücksfall, der ihren Sieg im Massenstart in greifbare Nähe rückte. Trotzdem stellt sie klar: „Da schenkt Dir keiner was.“ Gute Nerven und eine ruhige Hand sind außer Schnelligkeit auf fünf Kilometern zum Ziel gefragt, wenn zwei Schüsse im Stehen, zwei im Liegen ins Schwarze treffen sollen. Es sei ihr gelungen, die Wettkampfkulisse in der Rennstein-Arena auszublenden, erklärt sie sich ihre gute Konzentration: “Ich hab einfach mein Ding durchgezogen“. Eine guten Trainingsstand räumt Müller ein: „Ich trainiere gerade auf einen Halbmarathon“, deshalb sei sie läuferisch derzeit obenauf.

Mit zwei Schützen-Kolleginnen aus Wiesloch war Ex-Kreisschützenkönigin Melanie Ebend aus Hüffenhardt für den Badischen Landesverband beim Staffellauf auf Platz sechs gelandet. Wettkampfpremiere auf der Deutschen hatte Christian Geml, 12, aus Bad Rappenau: „Ich hab nicht so viel daneben geschossen“, war sein Fazit aus der so genannten Baden Staffel, die er mit Stephan Fülz, 14, und der 12-jährigen Fabiane Teichgräber, 12, als Zwölfte von 19 teilnehmenden Mannschaften für den KKS absolvierte.

 

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