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Pendelfahrten der
Unterländer Eisenbahnfreunde Heilbronn e.V. mit historischem Dampfzug
als Zeichen für den Erhalt der Krebsbachtalbahn
Auf der romantischen
Nebenbahn durch Schwarzbach- und Krebsbachtal verkehrte samstags ein
historischer Zug, gezogen von einer badischen Schlepptenderlok der Baureihe G12, einer Rarität aus dem Jahr 1921 (Foto:
Daniel Saarbourg) mit Personenwagen der 1950er Jahre, wie sie teilweise
früher auch im Schwarzbachtal unterwegs waren.
Viele nutzten dieses
seltene Angebot; die Züge am Samstag kamen gut gefüllt in Hüffenhardt
an. Auch sonntags war das Interesse groß. Am Morgen bevölkerten viele
die Bahnsteige von Meckesheim bis nach Hüffenhardt. Leider mußten die
Eisenbahnfreunde einem schweren technischen Defekt Tribut zollen, der
die Lok bei Meckesheim ereilte, und alle Sonntagsfahrten absagen.
Ein
Dankeschön gilt dennoch den Unterländer Eisenbahnfreunden für ihr
großartiges Engagement. Wir hoffen sehr auf eine Wiederholung - das
Interesse spricht dafür. |
| und so berichtete die
Kraichgau Stimme am 23. Oktober:
Höllisch glüht es im
Bauch des Stahlkolosses
Von Annette Gast-Prior
Dampfzuggäste genossen am Wochenende zwischen Meckesheim und
Hüffenhardt die reizvolle Landschaft
Schwarz, rot, Schweiß. Der Schluck Brause aus der Pulle, den Heizer
Matthias Polz sich genehmigt, hat dieselbe Farbe wie die Kohle im Tender
der Güterzug-Dampflok vom Typ G12, die mit Volldampf durch die
Brunnenregion unterwegs ist. Matthias Polz trinkt, strahlt und öffnet
die Luke: Höllisch heiß glüht es im Bauch der stolzen alten Dame, die
mit ihren 85 Jahren 132 Tonnen aufs Gleis bringt und „schnauft wie das
Elfer-Zügle“. Daher muss der alte Spruch rühren, der entlang der
Nebenstrecke ein geflügeltes Wort ist.
Entenmörder Auf den Gleisen der Südwestdeutschen Eisenbahngesellschaft (SWEG)
verkehren seit über hundert Jahre die sarkastisch als Entenmörder
bezeichneten Bahnen, im Alltag von Dieseltriebwagen gezogen. An Waggons
nach Art der vier, die die G12 zwei Tage lang von Meckesheim bis
Hüffenhardt zog, erinnert sich Susanne Bach. Die Daisbacherin nutzte mit
ihrem Mann die Gelegenheit, per Bahn von Waibstadt aus zu Hüffenhardter
Freunden zu reisen. Sie weiß noch, dass sie in ihrer Jugend in ähnlichen
Zügen gefahren ist: „Das Gefühl stimmt“, stellt sie fest, der Rußgeruch
und die Uniformen der Ehrenamtlichen vom Veranstalter, dem Verein
Unterländer Eisenbahnfreunde Heilbronn, tun ein Übriges, um echte
Eisenbahnerromantik heraufzubeschwören. Die Vereinslok „Käthchen von
Heilbronn“ wartet in Menzingen auf die Kesseldruckprüfung, die G 12
kommt aus Ettlingen.
An Dampfzugfahrten in seiner Jugendzeit erinnert sich Walter Peter, der
in Obergimpern die G 12 als Fotograf erwartet. Als Kind ist er noch
Schnellzugdampflok gefahren, eine liebe Erinnerung. „Eine E-Lok hat
einfach nicht diese mechanische Erotik“, ist seine Erklärung für die
Faszination, die die schwarzen Stahlkolosse nach wie vor ausstrahlen.
Videokamera, Stativ und festes Schuhwerk gehört zu der Ausrüstung der
Eisenbahnfilmer und -fotografen, die die Strecke am Wochenende säumen.
Verspätungen Ellen Heusler hatte im Internet über die Fahrt gelesen und
gehört am Samstag zu einer Gruppe Dampfzugfahrer, die in Siegelsbach
Station machen und nach einer knappen Stunde Mittagspause im Gasthaus
zur Eisenbahn wieder am Bahnsteig stehen. Die Verspätung von über einer
halben Stunde durch längere Aufenthalte an einzelnen Bahnhöfen hatte das
Team der Eisenbahnfreunde in Hüffenhardt wieder wett gemacht. Mit 20
Ehrenamtlichen und SWEG-Personal bewältigt der Verein die Sonderfahrten:
Oliver Brückom ist Maschinenbaustudent, Hobby-Lokführer und befolgt
konzentriert die Kommandos „Bremse anlegen“ oder „noch zwei Längen“.
Moderne Technik erleichtert das Rangieren, auch wenn es wie ein
Stilbruch anmutet: SWEG-Triebfahrzeugführer Rüdiger Bähr empfängt die
Befehle auf dem Lokführerstand von seinem Kollegen auf dem Hüffenhardter
Bahnhof und gibt sie weiter. Als die Lok für die Rückfahrt umgesetzt
ist, kommt eine Tafel Schokolade aus dem Zuschauerkreis geflogen.
Kommentar: „Zum Kräftetanken.“
Matthias Polz schaufelt Kohle. Sieben Tonnen hat der Tender geladen,
weiß der Ellhofener, der zwischen Crailsheim und Kaiserslautern jedes
zweite Wochenende auf einer Lok verbringt. „Aus Leidenschaft.“ Und dass
er sonntags mit der Familie mitfährt, um die Strecke aus anderer Warte
zu genießen.
Anmerkung: Leider mußten die
Sonntagsfahrten - wie oben erwähnt - dann ausfallen.
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