Im Dialog mit Unternehmen

Zum jährlichen Wirtschafts-Gespräch - in der Wirtschaft mit der Wirtschaft - hatte Bürgermeister Herberich die örtlichen Gewerbetreibenden eingeladen. Diesmal gab es keine Tagesordnung und auch keine Referenten, wie sonst üblich. Das zwanglose Gespräch, der Gedankenaustausch miteinander war die Grundlage des Zusammenkommens. Ein Angebot das von den Anwesenden gerne angenommen wurde, das aber gerne mehr Zuspruch vertragen hätte.

Bericht der Kraichgau Stimme vom 28. Oktober

Im Gespräch mit Unternehmern
von Annette Gast-Prior
Bürgermeister: Mann und Schröder forscht und entwickelt bald im Ort
Hüffenhardt „Gespräche für die Wirtschaft in der Wirtschaft“ bringen seit Jahren die Unternehmer im Ort an einen Tisch. Diese Woche knüpfte das Wirtschaftsgespräch an die vergangene Diskussionsrunde an. Im Januar hatten Vertreter der Kreis-Wirtschaftsförderung und Mitarbeiter der Neckar-Odenwald-Arbeitsgemeinschaft (NOA) über Fördermöglichkeiten informiert.
Unterm Strich sind die Erfahrungen des Bauunternehmens Gunter Prinke positiv zu werten, dem die NOA drei Arbeitslosengeld II-Bezieher vermittelt hatte. Zwei Arbeiter stehen bei ihm noch in Lohn und Brot, von einem dritten habe er sich getrennt. Prinkes Kritik: Gegenüber seinen anderen Mitarbeitern konnte er die Arbeitsmoral und die relativ hohen Lohnansprüche des Hartz IV-Empfängers nicht rechtfertigen. Das Problem, was aus jungen Menschen wird, die keinen Ausbildungsplatz oder nach der Ausbildung keine Arbeit bekommen, treibt Prinke um.
„Nicht ausbilden“ sei noch fataler, fand Kreisaltersheimleiter Michael Hummel. Auch wenn nicht gleich der Arbeitsvertrag folge, hätten junge Menschen doch eine Basis, auf der sich aufbauen lasse. Bürgermeister Bruno Herberich bezifferte die Sozialkosten, die Hüffenhardt per Kreisumlage mitträgt, auf derzeit 580 000 Euro. Er machte falsche Weichenstellungen vor Jahrzehnten aus: Schon in den 70er-Jahren hätte man Sozialhilfeempfänger über gemeinnützige Arbeit in die Gesellschaft einbinden und ihnen so vermitteln müssen: „Wir brauchen euch.“ Er hält für möglich, daß dadurch eine andere Wertschätzung von Arbeit als Sinn stiftende Tätigkeit gewachsen wäre und heute die Zumutbarkeits-Diskussion weniger scharf geführt würde.
Gute Erfahrungen habe die Gemeinde mit den Ein-Euro-Jobs gemacht und könne gute Empfehlungen geben. Einen Glücksfall nannte Herberich die Ansiedlung von Mann und Schröder und bestätigte: „Die Forschung und Entwicklung kommt nach Hüffenhardt.“
Die Abwanderung von Parsa nach Sinsheim sieht der Bürgermeister noch nicht als endgültig an. Die Option, zurückzukommen, sei offen. Ein Angebot für den Kauf der ehemaligen Gardinenfabrik (dem späteren Parsa-Gebäude) hat die Kommune abgegeben, doch die Bad Rappenauer Eigentümerin warte offenbar auf Attraktiveres.
Daß darin eine Zahnarztpraxis entsteht, ist allerdings unwahrscheinlich, erklärte Herberich. Er zeigte sich noch immer enttäuscht, daß alle diesbezüglichen Bemühungen fehlschlugen: „Das wäre gegangen, in Rappenau gibt es acht Zahnärzte.“

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