Jubiläum - 50 Jahre katholische Kirche
Vor einem halben Jahrhundert erbauten (hauptsächlich) die nach dem Krieg nach Hüffenhardt gekommenen Heimatvertriebenen eine neue Kirche. Dieses 50-jährige Jubiläum feierte die Pfarrgemeinde mit einem Festgottesdienst.
 

Kirchenjubiläum, Gedenken und Neubeginn

Bericht aus der Kraichgau Stimme vom 14. November 2006 - Von Annette Gast-Prior

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen von Maria Königin erinnerte auch an Pfarrer Roman Gumbel

Vor 50 Jahren wurde Hüffenhardts katholische Kirche Maria Königin für rund 600 Heimatvertriebene zur neuen Glaubensheimat. Fast 45 Jahre hat bis zu seinem Tod Pfarrer Roman Gumbel die Kirchengemeinden Hüffenhardt und Kälbertshausen neben Siegelsbach begleitet. Der Festgottesdienst zum Jubiläum des Gotteshauses war deshalb auch ein Festtag zu Gumbels Ehren. Ihm als „guter Pastor und guter Hirte“ nachfolgen will Bad Rappenaus katholischer Pfarrer Wolfgang Gätschenberger, der mit Dekan Winfried Wehrle den Gottesdienst am Sonntagnachmittag zelebrierte.
Das Wort vom „Tempel aus lebendigen Steinen“ als Bild für die Gemeinde begleitete die Feier. Als Festredner hatte Gumbel selbst seinen Kollegen und Freund, Neckarbischofsheims Pfarrer Joachim Pieler, bestimmt, der weit in die Vergangenheit blickte - in die Zeit vor 1476, als die katholische Pfarrei Hüffenhardt, genau umgekehrt wie heute, noch Mutterkirche von Siegelsbach, Wagenbach und Wollenberg war. Damals hielt der Hüffenhardter Geistliche immer donnerstags eine Frühmesse in der Siegelsbacher Kapelle. Hüffenhardt wurde schon sehr früh reformiert, die evangelische Kirche untersteht bis heute der Patronatschaft derer von Gemmingen-Guttenberg.

Zehn katholische Christen sollen in der Gemeinde gelebt haben, als nach dem zweiten Weltkrieg rund 600 Katholiken aus Ungarn, dem Sudetenland, Jugoslawien und Rumänien angesiedelt wurden. Die erste Heilige Messe wurde in einer Baracke gefeiert. Bis es nach jahrelangen Planungen zum 110 000 Mark teuren Kirchenbau kam, nutzten die Katholiken gegen Mietzahlungen die evangelische Kirche am Ort. Was Pieler mit Maria Königin verbindet, ist seine eigene, gleichnamige Kirche in Neckarbischofsheim, vor allem aber sein bester Freund Gumbel.

Der katholischen Kirche verhaftet und „der Freiheit eines Christenmenschen ergeben“, habe er ihn als glaubensfest und wohltätig gekannt, ein Kirchenmann, der seine Gemeinden und Hilfebedürftige auch finanziell stets großzügig bedachte. Das Hauptgebot der Liebe sei es, „was wir als Vermächtnis von Pfarrer Gumbel mitnehmen“. Tiefe Dankbarkeit verbindet Pfarrgemeinderatsvorsitzender Thorsten Waberschek mit Gumbels Wirken. Ein „bewegtes Gemeindeleben“ habe das Gotteshaus gesehen, dessen Einweihung vor 50 Jahren als „selten schöner Festtag“ in die Chronik einging.

Fleißige Gemeinde Höhepunkt damals: die Weihung durch Missionsbischof Augustin Olbert. Damit nach langer Zeit wieder ein Bischof in die Kraichgaugemeinde komme, hatte Pieler als Gastgeschenk ein Konterfei von Erzbischof Robert Zollitsch mitgebracht. Die Innenrenovierung auf die Jubiläumsfeier hin hatte Gumbel ebenso wie frühere Arbeiten oder die Orgelweihe 1993 mit vorbereitet, immer mit Pfarrgemeinderat Karl Waberschek. Zusammen hatten beide in der Gemeinde bei allen Veränderungen das Bleibende gepflegt. Dekan Wehrle wies darauf hin, dass beim Kirchenbau der Fleiß der Gemeindemitglieder, aber auch die Zuwendung aus dem Diasporawerk entscheidend waren. Zeichen ökumenischer Zusammengehörigkeit war am Sonntag, dass neben dem Siegelsbacher Cäcilienchor auch beide Kirchenchöre aus Hüffenhardt und der Gospelchor Join us den Festgottesdienst bereicherten.

Bürgermeister Bruno Herberich hat angekündigt, die Gemeinde werde einen Baum spenden, der Pfarrer Gumbel gewidmet werden soll. Der neuen Seelsorgeeinheit wünschte auch Siegelsbachs Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rudolf Jung alles Gute. Offiziell übernimmt Gätschenberger am 2. Adventswochenende die Gemeinden Siegelsbach und Hüffenhardt mit Kälbertshausen.

 

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