Verbindende Freundschaft
in Máriakálnok gepflegt
Besuch in der
Partnergemeinde mit über 80 Teilnehmern
Wie verbindend persönlich gelebte
Freundschaften trotz einer Entfernung von fast 800 Kilometern sein können,
zeigte sich am vorletzten Wochenende im ungarischen Máriakálnok. Zum Besuch
in der Partnergemeinde starteten die Hüffenhardter und Kälbertshäuser an
Fronleichnam schon um halb fünf Uhr in aller Frühe. Mit dabei war auch heuer
wieder die Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Andreas Bödi sowie Andrea
Strach, die an der vor zwei Jahren erlebten Gastfreundschaft besonderen
Gefallen gefunden hatte. Dreizehn Fahrstunden später wurde man am Gahlinger
Kulturhaus von den Gastgebern freudig in Empfang genommen. Nach den
Begrüßungsworten der beiden Bürgermeister, Sándor Széles und Bruno Herberich,
wurde der Abend, gesellig gestaltet von der Feuerwehrkapelle, genutzt, um
Neuigkeiten aus den beiden Gemeinden auszutauschen, gemeinsam zu singen und
zu tanzen.
Das Komitat entlang der
Schüttinsel mit seiner Regionalhauptstadt Györ stand freitags im Fokus des
Interesses. Gerade die wechselvolle Geschichte, die Lage zwischen Ost und
West und die neue Einbindung in die Europäische Union wurden dabei
beleuchtet. Schwerpunkt in Györ war am Morgen der Besuch der Basilika sowie
der Bischofsburg mit Schatzkammer und Bibliothek. Nach einem gemeinsamen
Mittagessen wurde die an Baudenkmälern reiche Stadt an der Raab besichtigt.
Informiert wurde auch über die wirtschaftliche Struktur sowie die
ökologischen Probleme der Schüttinsel durch das slowakische Großkraftwerk
Gabcikovo an der Donau.
Besondere Freude
bereitete den Teilnehmern der ungarische Abend, der von einer jugendlichen
Trachtentanzgruppe eröffnet wurde. Ungarische Lieder und Tänze, an denen
sich dann auch die deutschen Besucher wagten, rundeten das Programm ab. Der
Kálnoker Pensionärsclub verwöhnte an diesem Abend kulinarisch mit Haxen aus
dem Holzofen.
Einen Besuch im 5 Kilometer entfernten
Mosonmagyaróvár, zu deutsch Wieselburg-Ungarisch Altenburg, nutzten die
Besucher am Samstagmorgen auch, um auf dem Markt die regionalen Produkte
kennen zu lernen. Die 30.000 Einwohner zählende Stadt an der Leitha liegt
nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Insbesondere
das reichhaltige Angebot an Zahnärzten fiel hier auf.
Der Samstagnachmittag
stand dann im Zeichen des offiziellen Besuchsprogramms. Zunächst gedachte
man auf dem Friedhof der Toten, insbesondere der ehemaligen deutschen
Bevölkerung. Hier finden sich viele bekannte Namen von heutigen
Hüffenhardter Familien. Umrahmt wurde das Zeremoniell vom Lindenblumenchor
unter der Leitung von Béa Széles mit deutschen Liedern. Feierlich gestaltet
von der Feuerwehrkapelle, die auch die deutsche und die ungarische
Nationalhymne darboten, wurde der anschließende offizielle Empfang.
Bürgermeister Sándor Széles freute sich in seiner Ansprache über den guten
und herzlichen Zuspruch seitens der Einwohner der beiden Gemeinden. Anhand
einer Metapher beleuchtete er, daß Liebe und Zuneigung keiner Sprache
bedürfen. Gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung seien die Grundlage,
auf der sich Freundschaften entwickeln könnten. Wie wichtig es ist,
Freundschaft und Begegnung im europäischen Haus zu pflegen, hob auch
Bürgermeister Bruno Herberich in seiner Grußbotschaft hervor. Gerade vor dem
Hintergrund der leidvollen Geschichte sei es eine Gnade in der aktuellen
Zeit zu leben. Dies zu erkennen und die Chance zu nutzen, sei eine
Verpflichtung. Die Europäische Union, die in diesem Jahr mit dem 50-jährigen
Jubiläum der Römischen Verträge ihre „Geburt“ feiert, biete mehr als
Bürokratie. Europa werde von Menschen, die sich begegnen, geprägt.
Als Türschild am
europäischen Haus bezeichnete er die Partnerschaftsschilder, die er als
Gastgeschenk mitgebracht hatte. Zum Gemeindejubiläum „650 Jahre Máriakálnok“
hatte er außerdem ein graviertes Windlicht mitgebracht, das symbolisieren
solle, daß man in Gemeinschaft auch durch stürmische und dunkle Zeiten
komme. Anläßlich des Europajubiläums überreichte er gemeinsam mit
Bürgermeister-Stellvertreter Ludwig Sauer Sondermünzen an Bgm. Széles,
BM-Stellvertreterin Emma „Muci“ Gáspár, sowie Jozsef Frauhammer, Katalin
Frauhammer, Laszlo Gizzi und Frau Hammerl für den Pensionärsclub, als die
„Grundpfeiler“ der Partnerschaft. Mit einem selbst verfaßten Gedicht über
die Freundschaft erfreute ein Gahlinger Einwohner die Gäste. Abgeschlossen
wurde das festliche Programm mit dem Badnerlied, das sogar vom ungarischen
Lindenblumenchor kräftig mitgesungen wurde.
Kultureller Höhepunkt
war das anschließende Konzert an der Wallfahrtskapelle. Dort boten die Chöre
Liederkreis Máriakálnok, Lindenblumenchor Máriakálnok, „Lajtha László“
Gemischter Chor Mosonmagyaróvár einen imposanten Eindruck ihres Schaffens.
Eine hervorragende Visitenkarte gab zum Abschluß des Freiluftkonzerts die
Feuerwehrkapelle ab. Mit konzertanten Schmankerln begeisterten die Musiker
das Publikum. Für schmissige Unterhaltung sorgten die Musiker auch am
deutschen Abend im Zelt beim Kulturhaus. Im kleineren Kreis wurde später
noch der aktuelle Jahrestropfen im Weinkeller von Ferenc baci Husvet
verkostet.
Schwer fiel am
Sonntagmorgen der Abschied. Mit dem gemeinsamen, deutsch und ungarisch
gesungenen „Danke“-Lied drückte man die Anerkennung für die Gastfreundschaft
und das gemeinsame Erlebnis dieser schönen Tage aus. Die
Gemeindepartnerschaft konnte durch diesen Besuch weiter entwickelt werden,
und, was wichtig ist, es konnten bestehende Freundschaften vertieft und neue
geschlossen werden.
Im Herbst findet ein
Nachtreffen zum Besuch statt. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Wenn jemand Fotos oder Filmmaterial hat, sind wir für eine Überlassung
dankbar.