Partnerschaft mit Máriakálnok (Ungarn)

Besuchsfahrt vom 7. bis 10. Juni 2007

             Mit einem Doppelstockbus fuhren wir am Donnerstag, 7. Juni 2007, um 4:30 Uhr in Richtung Máriakálnok. Auch heuer begleitete uns die Feuerwehrkapelle und gestaltete den Aufenthalt bei unseren ungarischen Freunden musikalisch.

Máriakálnok feiert in diesem Jahr das 650-jährige Gemeindejubiläum. Wir gratulieren herzlich und freuen uns mit unseren Freunden.

 

   

Verbindende Freundschaft in Máriakálnok gepflegt
Besuch in der Partnergemeinde mit über 80 Teilnehmern

Wie verbindend persönlich gelebte Freundschaften trotz einer Entfernung von fast 800 Kilometern sein können, zeigte sich am vorletzten Wochenende im ungarischen Máriakálnok. Zum Besuch in der Partnergemeinde starteten die Hüffenhardter und Kälbertshäuser an Fronleichnam schon um halb fünf Uhr in aller Frühe. Mit dabei war auch heuer wieder die Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Andreas Bödi sowie Andrea Strach, die an der vor zwei Jahren erlebten Gastfreundschaft besonderen Gefallen gefunden hatte. Dreizehn Fahrstunden später wurde man am Gahlinger Kulturhaus von den Gastgebern freudig in Empfang genommen. Nach den Begrüßungsworten der beiden Bürgermeister, Sándor Széles und Bruno Herberich, wurde der Abend, gesellig gestaltet von der Feuerwehrkapelle, genutzt, um Neuigkeiten aus den beiden Gemeinden auszutauschen, gemeinsam zu singen und zu tanzen.

Das Komitat entlang der Schüttinsel mit seiner Regionalhauptstadt Györ stand freitags im Fokus des Interesses. Gerade die wechselvolle Geschichte, die Lage zwischen Ost und West und die neue Einbindung in die Europäische Union wurden dabei beleuchtet. Schwerpunkt in Györ war am Morgen der Besuch der Basilika sowie der Bischofsburg mit Schatzkammer und Bibliothek. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die an Baudenkmälern reiche Stadt an der Raab besichtigt. Informiert wurde auch über die wirtschaftliche Struktur sowie die ökologischen Probleme der Schüttinsel durch das slowakische Großkraftwerk Gabcikovo an der Donau.

Besondere Freude bereitete den Teilnehmern der ungarische Abend, der von einer jugendlichen Trachtentanzgruppe eröffnet wurde. Ungarische Lieder und Tänze, an denen sich dann auch die deutschen Besucher wagten, rundeten das Programm ab. Der Kálnoker Pensionärsclub verwöhnte an diesem Abend kulinarisch mit Haxen aus dem Holzofen.

Einen Besuch im 5 Kilometer entfernten Mosonmagyaróvár, zu deutsch Wieselburg-Ungarisch Altenburg, nutzten die Besucher am Samstagmorgen auch, um auf dem Markt die regionalen Produkte kennen zu lernen. Die 30.000 Einwohner zählende Stadt an der Leitha liegt nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Insbesondere das reichhaltige Angebot an Zahnärzten fiel hier auf.

Der Samstagnachmittag stand dann im Zeichen des offiziellen Besuchsprogramms. Zunächst gedachte man auf dem Friedhof der Toten, insbesondere der ehemaligen deutschen Bevölkerung. Hier finden sich viele bekannte Namen von heutigen Hüffenhardter Familien. Umrahmt wurde das Zeremoniell vom Lindenblumenchor unter der Leitung von Béa Széles mit deutschen Liedern. Feierlich gestaltet von der Feuerwehrkapelle, die auch die deutsche und die ungarische Nationalhymne darboten, wurde der anschließende offizielle Empfang. Bürgermeister Sándor Széles freute sich in seiner Ansprache über den guten und herzlichen Zuspruch seitens der Einwohner der beiden Gemeinden. Anhand einer Metapher beleuchtete er, daß Liebe und Zuneigung keiner Sprache bedürfen. Gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung seien die Grundlage, auf der sich Freundschaften entwickeln könnten. Wie wichtig es ist, Freundschaft und Begegnung im europäischen Haus zu pflegen, hob auch Bürgermeister Bruno Herberich in seiner Grußbotschaft hervor. Gerade vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte sei es eine Gnade in der aktuellen Zeit zu leben. Dies zu erkennen und die Chance zu nutzen, sei eine Verpflichtung. Die Europäische Union, die in diesem Jahr mit dem 50-jährigen Jubiläum der Römischen Verträge ihre „Geburt“ feiert, biete mehr als Bürokratie. Europa werde von Menschen, die sich begegnen, geprägt.

Als Türschild am europäischen Haus bezeichnete er die Partnerschaftsschilder, die er als Gastgeschenk mitgebracht hatte. Zum Gemeindejubiläum „650 Jahre Máriakálnok“ hatte er außerdem ein graviertes Windlicht mitgebracht, das symbolisieren solle, daß man in Gemeinschaft auch durch stürmische und dunkle Zeiten komme. Anläßlich des Europajubiläums überreichte er gemeinsam mit Bürgermeister-Stellvertreter Ludwig Sauer Sondermünzen an Bgm. Széles, BM-Stellvertreterin Emma „Muci“ Gáspár, sowie Jozsef Frauhammer, Katalin Frauhammer, Laszlo Gizzi und Frau Hammerl für den Pensionärsclub, als die „Grundpfeiler“ der Partnerschaft. Mit einem selbst verfaßten Gedicht über die Freundschaft erfreute ein Gahlinger Einwohner die Gäste. Abgeschlossen wurde das festliche Programm mit dem Badnerlied, das sogar vom ungarischen Lindenblumenchor kräftig mitgesungen wurde.

Kultureller Höhepunkt war das anschließende Konzert an der Wallfahrtskapelle. Dort boten die Chöre Liederkreis Máriakálnok, Lindenblumenchor Máriakálnok, „Lajtha László“ Gemischter Chor Mosonmagyaróvár einen imposanten Eindruck ihres Schaffens. Eine hervorragende Visitenkarte gab zum Abschluß des Freiluftkonzerts die Feuerwehrkapelle ab. Mit konzertanten Schmankerln begeisterten die Musiker das Publikum. Für schmissige Unterhaltung sorgten die Musiker auch am deutschen Abend im Zelt beim Kulturhaus. Im kleineren Kreis wurde später noch der aktuelle Jahrestropfen im Weinkeller von Ferenc baci Husvet verkostet.

Schwer fiel am Sonntagmorgen der Abschied. Mit dem gemeinsamen, deutsch und ungarisch gesungenen „Danke“-Lied drückte man die Anerkennung für die Gastfreundschaft und das gemeinsame Erlebnis dieser schönen Tage aus. Die Gemeindepartnerschaft konnte durch diesen Besuch weiter entwickelt werden, und, was wichtig ist, es konnten bestehende Freundschaften vertieft und neue geschlossen werden.

Im Herbst findet ein Nachtreffen zum Besuch statt. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Wenn jemand Fotos oder Filmmaterial hat, sind wir für eine Überlassung dankbar.

 

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