Konzert der Wollenbachmusen
Am 21. Juli banden die "Wollenbachmusen", ein klassisches Ensemble aus dem Wollenbachtal, im Kälbertshäuser Bürgerhaus einen "bunten Melodienstrauß". Der Erlös des mit 170 Zuschauern gut besuchten Konzerts kommt der Förderung talentierter Nachwuchsmusiker zugute.                  

   
   

Konzert der Wollenbachmusen im Bürgerhaus Kälbertshausen
 

                                           Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung
                                                                                 
von Anette Gast-Prior

Sommerleichte Muse aus dem Wollenbachtal

Benefizkonzert in Kälbertshausen kommt Nachwuchsförderung zugute
 

Hüffenhardt (agp): Der Nachwuchsförderung kommt der Erlös des Benefizkonzerts zugute, das die Wollenbachmusen e.V. am Samstag im Bürgerhaus im behaglichen Kälbertshausen veranstalteten. Was dieses Vereinsziel will, war gleich zu hören: Drei der Vereins-Stipendiaten trugen erlesene Blüten zu dem „bunten Melodienstrauß“ bei, der das Publikum erfreute. Rund 170 Einheimische und Gäste aus der Nachbarschaft füllten die Halle und ließen sich vom örtlichen Gesangverein Edelweiß bewirten. Ganz anders als in der rustikalen Tabakscheue in Helmstadt-Bargen, in der die Wollenbachmusen bislang auftraten, verliehen sie diesmal mit elegantem Blumenschmuck und Kerzenlicht ihrem Konzert einen würdigen Rahmen. Die Pflege klassischer Musik haben sich die Hobby-Künstler aus dem Wollenbachtal zur Aufgabe gemacht. Dass auch solche Musik im ländlichen Raum ihr Publikum findet, bewies das Konzert in
Kälbertshausen.„Alle Achtung vor den Jungen, die sich da hinstellen“ äußerte nicht nur Else Schneider aus Hüffenhardt. Großen Beifall erntete Lena Kampp, 11, aus Helmstadt für ihr gefühlvolles Klavierspiel, aber auch Julia Jünger. Die 15-Jährige war schon 2005 Vereins-Preisträgerin und ist es aktuell. Dass sie „ihren“ Chopin intensiv studiert hat, bewies sie mit sicherem, dynamisch fein ausgelotetem Spiel bei einem Walzer und einer Polonaise, für die sie sich ausreichend Zeit nahm, alle Tiefen der Chopin-Musik zum Klingen zu bringen. Junior Andry Niclas, Stipendiat 2007, ging dagegen bei seinen Beethoven-Sonatinen forsch und unbekümmert zu Werke: „Die Noten hab ich nur für Notfälle gebraucht“, erklärt er im Nachhinein.
Durch einen Konzertabend mit über 20 Programmpunkten führte Heidi Kunze, deren Mann Harald als Bariton solo oder zusammen mit der Sopranisten Vera Finck aus Sinsheim im Duett auftrat. Die Höhepunkte, das berühmte Zauberflöte- Duett „Bei Männern welche Liebe fühlen“, oder „Reich mir die Hand, mein Leben“ aus Don Giovanni berührten nicht nur Mozart-Liebhaber. Und umgekehrt genossen auch diese das innige Duett „Es muss was Wunderbares sein“ aus Ralph Benatzkys Singspiel „Im weißen Rössl“ oder die Strauß-Melodien, die Vera Fink mit Witz und Anmut präsentierte.

Den Hüffenhardter Trompeter Siegfried Weizsäcker mit den bekannten Weisen „Trumpet Volontary“ oder „Il Silenzio“ und die Solosänger begleitete Ingo Kerber am Piano souverän. Kerbers Erfahrung als versierter Korrepetitor tat dem Konzert gut und seine Interpretation des Impromptu Ges-Dur von Franz Schubert ging in seiner fast meditativen Dichte zu Herzen. Fröhlich perlend zeigte „Auf dem Wasser zu singen“ mit Vera Finck dagegen den anderen, lebhaften Schubert. Inbrunst legten Harald Kunze und der Hüffenhardter Arzt Bernhard Johmann am Piano in Schuberts Frühlingstraum oder „Die Post im Walde“, Kerber und Wolfram Ulrich spielten ansprechende Piano- und Violin-Musik.

Überzeugend, denn Hüffenhardts Bürgermeister Bruno Herberich lud als Schirmherr die Musiker mit der dunkelroten Fliege als Markenzeichen schon gleich zum nächsten Konzert ein.
   
   
   

 

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