Foto Ursula Brinkmann

Ehrenpreis für Bürgerengagement
Das "Netzwerk aktiver Bürgerinnen und Bürger in Hüffenhardt und Kälbertshausen" hat für seine vielfältigen Aktivitäten bei der Schaffung und dem Erhalt öffentlicher Einrichtungen eine besondere Auszeichnung erhalten. Als einer der Preisträger im Land wurde das Engagement von Ministerpräsident und Innenminister geehrt.                         



Auszeichnung für vorbildliches ehrenamtliches Schaffen in der Gemeinde

Landesehrung im Schloss Bruchsal

Am Samstag den 29.09.2007erfuhren die vielen ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die in den letzten Jahren in zahlreichen Projekten öffentliche Einrichtungen gebaut, umgebaut, ausgebaut, erweitert ... haben, eine besondere Auszeichnung. Dieses gesamte Engagement in einem "Netzwerk aktiver Bürger Hüffenhardt und Kälbertshausen" wird vom Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger, und von Innenminister Heribert Rech im Rahmen des Wettbewerbs zur Auszeichnung kommunaler Bürgeraktionen ausgezeichnet. Stellvertretend für alle Beteiligten werden Ludwig Sauer und Erhard Geörg gemeinsam mit Bgm. Bruno Herberich die Ehrung am Samstag im Schloss in Bruchsal entgegen nehmen. Der Bürgermeister sieht in der Würdigung für das bürgerschaftliche Wirken in den genannten öffentlichen Einrichtungen eine Anerkennung des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements in unserer Gemeinde insgesamt. Gleichzeitig soll dies auch Dank und eine Motivation für die Aktiven sein, wie auch für die gesamte Dorfgemeinschaft, weiterhin - oder überhaupt - gemeinnützig unser gesellschaftliches Leben mit zu gestalten. Ob in der Gemeinde, den Vereinen, Kirchen, Organisationen oder sonstigen gemeinnützigen Gruppen; es gibt viele Möglichkeiten sich einzubringen.
 

Über die Auszeichnung hat die Kraichgau Stimme wie folgt berichtet:

Bericht aus der Kraichgau Stimme vom 01.10.2007

Würdigung für die gesamte Gemeinde
von Arnd Waidelich

Ehrenamt - Aus dem ganzen Land waren sie ins Bruchsaler Schloss gekommen: Bürger, die Vorbildliches geleistet haben. So die Meinung der Jury, die zum 18. Mal entschieden hatte im Wettbewerb kommunaler Bürgeraktionen der Landesregierung. Aus 292 eingereichten Vorschlägen wurden insgesamt 46 ausgewählt und von Ministerpräsident Günther Oettinger ausgezeichnet. Zu den Initiativen, die den strengen Auswahlkriterien der Regierungspräsidien und der vom Innenministerium berufenen Jury standhielten, gehörte das „Netzwerk aktiver Bürger Hüffenhardt und Kälbertshausen“.

Ideenreichtum Die Bürger, die hier ausgezeichnet werden, so betonte der Ministerpräsident, „haben Beispielhaftes für unser Gemeinwesen geleistet, sich für andere eingesetzt und damit einen wertvollen Dienst für das Land geleistet“. Besonders gewürdigt wurde dabei die Dauer des Engagements, die Vorbildfunktion, der Ideenreichtum, die Zahl der Beteiligten sowie der zeitliche und finanzielle Einsatz.

Der Ministerpräsident zeigte sich in seiner Laudatio wohl informiert. Ende der 90er Jahre habe sich in der Gemeinde Hüffenhardt das Netzwerk konstituiert, das die Schaffung und Erweiterung öffentlicher Einrichtungen zum Ziel hatte. In dieser Zeit hätten die rund 300 Engagierten sieben öffentliche Einrichtungen geschaffen, umgebaut oder verbessert, vom Jugendhaus bis zur Mehrzweckhalle.

Stolz Von solchem ehrenamtlichen Engagement lebe unser Gesellschaft, meinte denn auch Innenminister Heribert Rech. An diesem Tag würden die ins Scheinwerferlicht gerückt, die etwas tun, ohne dafür die Werbetrommel zu rühren und daraus Vorteile zu ziehen. Den Preis in Empfang nahmen Ludwig Sauer und Erhard Geörg, begleitet von Bürgermeister Bruno Herberich. Alle drei empfanden es als eine ganz besondere Auszeichnung, die der Initiative wie auch der Gemeinde zuteil wurde „für das, was wir über die Jahre geleistet haben“, wie Ludwig Sauer gegenüber der Kraichgau Stimme formulierte. Obwohl er mit über tausend geleisteten Arbeitsstunden zu den Eifrigsten des Arbeitseinsatzes gehörte, rückte der Vorsitzende des Gesangvereins das Engagement seiner Mitstreiter in den Vordergrund.

„Ich nehme das nur stellvertretend entgegen für die vielen anderen, die dabei mitgemacht haben“, meinte Sauer bescheiden. Dem schloss sich Erhard Geörg an. „Dass wir aus 292 Einreichungen ausgewählt wurden, darauf bin stolz“, freute sich der Ortsvorsteher. Insbesondere aber auch darüber, „dass wir die Auszeichnung bekommen haben als eine Gemeinde, in der sich Kälbertshäuser an Hüffenhardter Projekten beteiligt haben und umgekehrt“. Die Auszeichnung mache deutlich, „dass wir eine aktive Gemeinde sind mit einer aktiven Bürgerschaft“, formulierte Bürgermeister Bruno Herberich. Sie sei der Beweis für ein lebendiges Gemeinwesen und dafür, dass die Bürger bereit sind, etwas für das Gemeinwesen zu leisten. Auch er betrachtete die Ehrung als Gesamtauszeichnung für das vielfältige Engagement in seiner Gemeinde, das weit über die sieben Aktionen hinaus reicht.


Fotos: Ursula Brinkmann, Mosbach (links und rechts), Gemeinde (Mitte)

 

Bericht aus der Kraichgau Stimme vom 14.09.2007

Lohn für 18 000 Stunden Arbeit
Von Adrian Hoffmann

Eigentlich hätten die Hüffenhardter den Weltmeistertitel in den Ehrenamts-Meisterschaften verdient. Nur gibt es einen solchen Titel leider nicht. Aber es gibt einen landesweiten Wettbewerb, bei dem Bürgeraktionen ausgezeichnet werden. Und da kommt das Netzwerk aktiver Bürger Hüffenhardt und Kälbertshausen dieses Jahr zum Zuge - Ministerpräsident Günther Oettinger schüttelt am Samstag, 29. September, im Schloss in Bruchsal die Hände.

Irgendwie ist die Auszeichnung für Hüffenhardt erwartbar gewesen. Eine solche Fülle an ehrenamtlichen Projekten kann nicht jede Gemeinde vorweisen. Seit Ende der 90er-Jahre setzen sich Bürger für öffentlichen Einrichtungen ein: Indem sie die einfach bauen. Von der Mehrzweckhalle zum Jugendhaus, alles ist dabei. 300 Helfer haben mehr als 18 000 Stunden geschafft. Rund 270 000 Euro wurden dadurch gespart. Das Geheimrezept, so verrät Bürgermeister Bruno Herberich: „Man muss die Leute fragen, auf sie zugehen und abholen.“ Ein Inserat im Amtsblatt interessiere keinen. Ludwig Sauer, sein Stellvertreter, sieht das Engagement auch darin begründet, „dass es zwischen den Leuten stimmt“. Fast jeder kennt jeden, es ist eine große Gemeinschaft.

Hier im Überblick, was die Gemeinschaft auf den Boden gestellt hat:

Mehrzweckhalle Erstes und größtes Projekt war ab 1999 der Um- und Anbau der Sporthalle zur Mehrzweckhalle mit Vereinsräumen. Erhard Geörg, Ortsvorsteher von Kälbertshausen, erinnert sich: „Das ist keine Rumdrückerei gewesen.“ Für manche sei die Baustelle der Zweitwohnsitz gewesen, sagt Bürgermeister Bruno Herberich. Der Gesamtaufwand betrug eine Million Euro - und rechnet man einen Stundenlohn von 15 Euro, hat die Gemeinde 114 000 Euro gespart. Hauptakteure: Lothar Küblböck, Ludwig Sauer, Hans Winnerl.

Feuerwehrgerätehaus Auch 1999 angelaufen ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Kälbertshausen. Die Gemeinde hat durch die Bürger 50 000 Euro der Gesamtkosten von 260 000 Euro gespart. Hauptakteure: Erwin Stadler, Helmut Horsch, Martin Erlewein.

Wagenseehütte Aktive Männer haben in Kälbertshausen mit Hilfe des Bauhofs eine Freizeit- und Schutzhütte, die Wagenseehütte, gebaut. 3000 Euro wurden gespart. Hauptakteur: Walter Schneider.

Jugendraum Im durch den Bau des Feuerwehrhauses freigewordenen Schuppen logiert die Jugend aus Kälbertshausen. Jugendliche und Erwachsene haben 320 Stunden gearbeitet. 4800 Euro wurden gespart. Hauptakteur: Matthias Erlewein.

Spielplatz Wenn es um die Kinder geht, scheinen die Hüffenhardter besonders gerne anzupacken. Für den Bürgerspielplatz Hüffenhardt, der 2005 und 2005 gebaut wurde, investierten die Helfer 430 Stunden - die Gemeinde sparte dadurch rund 6500 Euro. Hauptakteure: Alexander Feirer, Erhard Preissler.

Bürgerhaus Mehr als 60 Menschen haben beim Umbau der Schulturnhalle in Kälbertshausen zum Bürgerhaus geholfen. Am besten sei es, wenn immer eine überschaubare Zahl an Helfern da sei, sagt Erhard Geörg. „Nur so viele, wie benötigt werden.“ Dann geht es gut voran.

Jugendhaus Das letzte Projekt startete im August 2006. Ersparnis bei 500 Stunden Arbeit: 7500 Euro. Hauptakteure: Torsten Hahn, Daniel Eisenbeiser, Edwin Schwaab.

 

Ehrenpreis für Bürgerengagement in Hüffenhardt und Kälbertshausen

Das Netzwerk aktiver Bürgerinnen und Bürger, die seit Ende der neunziger Jahre in Hüffenhardt und Kälbertshausen mit enormem ehrenamtlichem Engagement öffentliche Einrichtungen unserer Gemeinde geschaffen, umgebaut oder verbessert haben, erhält eine besondere Auszeichnung. Als eine von 47 Bürgeraktionen in ganz Baden-Württemberg wird dieses vorbildliche Wirken für die Gemeinschaft im Wettbewerb zur Auszeichnung kommunaler Bürgeraktionen 2007 geehrt.

Bürgermeister Bruno Herberich, auf dessen Vorschlag die Auszeichnung fußt, zeigte sich hocherfreut, als er die Nachricht im Urlaub erfuhr. Dies ist eine tolle Anerkennung dieses gesamten, hervorragenden Bürgerengagements in unserer Gemeinde. Er freue sich mit allen Akteuren der angegangenen Projekte und gratuliere zu dieser Würdigung, so die erste Reaktion des Bürgermeisters.

Die Auszeichnung mit Urkunde und Plakette wurde durch Ministerpräsident Günther Oettinger und Innenminister Heribert Rech am 29. September im Schloß Bruchsal erfolgen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Internetseite des Innenministerium Baden-Württemberg. http://www.innenministerium.baden-wuerttemberg.de/de/Wettbewerb_Buergeraktion/83107.html

 

 

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