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Rede von Bürgermeister Bruno
Herberich
Herzlich Willkommen zu
unserer Bürgerversammlung 2008!
Ich freue mich, daß Sie alle hierher gekommen sind und darf Sie namens des
Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung
ganz herzlich begrüßen.
Sie zeigen
damit, daß Sie aktiv an unserem Gemeindeleben teilnehmen, daß Sie
interessiert sind,
was geschieht, was sich bewegt hat und was sich bewegen
soll.
Und Sie zeigen Interesse an den Erfolgen der Sportlerinnen
und Sportler, an
den Verdiensten der Blutspenderinnen und Blutspender und an allen, die etwas
leisten in unserer Gemeinde
und geben ihnen mit Ihrer heutigen Anwesenheit
Ihre Wertschätzung.
Ich darf unsere erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler mit den Trainern,
Vereinsmentoren und -vorsitzenden sowie die verdienten
Blutspenderinnen und
Blutspender, dazu die Vertreter des DRK-Ortsvereins besonders begrüßen.
Begrüßen darf ich auch Herrn Alt-Bürgermeister Otto Freyh, Herrn Pfarrer
Ihrig und Frau Rektorin Barbara Rünz.
Und ein herzlicher Gruß gilt den Kameraden der FFW, die wie immer die
Bewirtung vornehmen. Dafür, aber noch mehr
für Ihre stete
Einsatzbereitschaft als Feuerwehrleute, ein großes Dankeschön!
Genauso wie allen, die sich um unser Gemeinwesen kümmern, aktiv sind, es
bereichern und gestalten - in vielfältigen
Bereichen, so daß es sich zu
einem guten Ganzen zusammenfügt.
Wir stehen am Anfang des Jahres.
Ich darf Ihnen allen noch gute Wünsche zum Neuen Jahr aussprechen und einen
gesegneten Verlauf dieses Jahres 2008
wünschen.
Ein mutiger Beginn
ist der halbe Gewinn.
(Kalenderspruch)
Lassen Sie uns darauf
anstoßen: Prosit! Das kommt aus dem Lateinischen und heißt, es möge
gelingen.
Unsere Bürgerversammlung gibt uns Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu
kommen, über kommunale Vorhaben, das
kommunale und
gesellschaftliche
Geschehen, auch persönlich. Vorschau und Rückblick haben wir Ihnen in
unseren
Präsentationen gestaltet.
Lassen Sie mich das Jahr 2007 rekapitulieren und einen Blick auf
bedeutende Ereignisse des
abgelaufenen Jahres werfen. Ereignisse, die
durchaus
auch die künftige Entwicklung prägen, auf die Zukunft ausstrahlen.
Aus kommunaler Sicht war es ein gutes Jahr. Vieles ist gelungen - manches
nicht und das eine oder andere hätten wir uns
noch gewünscht.
Mit der Fertigstellung des Jugendhauses in Hüffenhardt, des
Beschlusses des AKP (Allg. Kanalisationsplan)
für Hüffenhardt und
damit des Ausbaus
des Kanalnetzes, des 1. und 2. Bauabschnitts der
Kläranlagenerweiterung des
AZV Schwarzbachtal in Neckarbischofsheim
konnten wichtige kommunale Vorhaben erreicht werden.
Die Förderzusage
für die Erstellung eines innerörtlichen
Entwicklungskonzepts gibt uns die Möglichkeit uns umfassend mit der
künftigen
Gestaltung des Ortskerns Hüffenhardt auseinander zu setzen. Dieser Prozeß ist gemeinsam mit der Bürgerschaft im Gange.
Für unsere Gemeinde interessante und wichtige Vorhaben konnten wir gemeinsam
feiern: Die Erweiterung de Kreisaltersheims
und den Neubau der Reithalle der
Reiterfreunde.
Nicht so sehr freuen wir uns über die Erweiterung des EnBW-Umspannwerks.
Wenngleich Notwendigkeit für die Energieversorgung in unserem Lande,
belastet uns diese Anlage doch direkt vor Ort in unserer
Gemeindeentwicklung
und auch wegen der Wirkung auf unser Ortsbild und die Landschaft.
Ein besonderes Ereignis für alle
ehrenamtlich Engagierten war die
Auszeichnung des "Netzwerks aktiver Bürger in Hüffenhardt und Kälbertshausen"
im
Rahmen des Landeswettbewerbs kommunaler Bürgeraktionen. Stellvertretend
für alle, die sich in unserem Gemeinwesen
einbringen, konnten Ludwig Sauer
und Erhard Geörg diese Ehrung durch Ministerpräsident Oettinger im Schloß in
Bruchsal
entgegen nehmen.
Wir können stolz sein, auf diese vielfältigen
Leistungen - und wir brauchen sie auch weiterhin.
Beschäftigt hat auch uns das „Mega-Thema“ in Deutschland: Kinderbetreuung
Wo geht sie hin, die Familie, unsere Gesellschaft?
Wie gestalten wir die Entwicklung, die Bildung, die Betreuung unserer Kinder
- und damit unsere Zukunft?
Fragen, die kontrovers diskutiert werden. Auch in unserer Gemeinde. Ein
Festhalten, ein Klammern löst diese Zukunftsaufgabe
jedoch nicht.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen - der Kinderzahlen und der Finanzen
- sowie der absehbaren Entwicklung,
wurde so die Entscheidung
getroffen, daß
die Kinder in unserer Gemeinde künftig gemeinsam betreut werden. Ab Mitte
2009
werden also Hüffenhardter und Kälbertshäuser
Kinder gemeinsam in einer
Einrichtung in Hüffenhardt betreut.
Wie diese Betreuung aussieht, war auch eine Frage, der sich der Gemeinderat
im vergangenen Jahr gestellt hat - wie so viele
in unserem Land.
Insgesamt
ist bei aller unterschiedlicher Betrachtung ein Konsens erkennbar: Die
Betreuung und Bildung
der Kinder, auch der Kleinsten, muß neu überdacht und
organisiert werden. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden
durch
alle gesellschaftlichen und politischen Schichten.
Da wir in jedem Fall Geld in die Hand nehmen müssen, um den
bestehenden
Kindergarten zu sanieren, drängt sich die Frage nach dem sinnvollsten
Mitteleinsatz in diesem wichtigen Bereich auf.
Und hier haben wir die Chance - die wohl einmalige Chance - das notwendige
Geld so auszugeben, daß es am meisten
Zinsen bringt: In eine zukunftsfähige
Betreuung und Bildung der Kinder.
Durch den Bau eines Kinderhauses an der Schule
können wir eine
umfassende Kooperation der beiden Einrichtungen Grundschule und
Kindergarten erreichen und so den
Kindern größtmögliche Chancen für ihre
individuelle Entwicklung geben. Die Leiterinnen dieser Einrichtungen, Frau
Ziegler
und Frau Rünz, haben ein Konzept erstellt., das das Herzstück dieser
Überlegungen ist.
Davon war der Gemeinderat, gemeinsam mit vielen Eltern, Pädagogen,
Fachleuten und Einwohnern überzeugt und hat im
Dezember einstimmig für
diese
Möglichkeit votiert und den Neubau beschlossen.
Vorgestern habe ich - eher zufällig - erfahren, daß nun ein Bürgerbegehren
dagegen in Gange ist. Dies ist ein Recht,
das unsere Gemeindeordnung
vorsieht, und auch wir binden unsere Bürgerschaft - also Sie - ja immer in
unsere
Entscheidungen ein. Ich möchte heute nicht mehr dazu sagen;
lassen
Sie mich jedoch eine Richtigstellung zum Aufruf
des Bürgerbegehrens machen:
Die dort genannten Zahlen sind definitiv falsch. Die Bausumme, inklusive
aller Leistungen
(Außengelände, Planung) liegt bei 800.000 Euro - und da
wird sie auch bleiben. Und was eine Förderung, also Zuschüsse,
betrifft, da
bin ich zuversichtlich, sehr zuversichtlich sogar.
Ein offener Punkt ist die weitere Verwendung des alten
Kindergartengebäudes.
Hier gibt es einige Optionen; die letzte ist der Rückbau, also ein
Abbruch.
Sollte dies unumgänglich
sein, sind maximale Kosten von 65.000 Euro zu
erwarten - die im Aufruf genannte Zahl ist also auch in diesem
Bezug falsch.
Soweit zum Vergangenen.
Was bringt uns das neue Jahr?
Wie immer, wissen wir es nicht - zumindest in seiner Gesamtheit und auch in
den essentiellen Fragen. Keiner weiß, ob er
nächsten Monat oder
nächstes
Jahr noch hier steht.
Wir müssen uns überraschen lassen und sollten dem optimistisch
entgegenblicken und vor allem beherzt entgegen gehen.
Das Jahr 2008
Vielleicht geht es Ihnen auch so, normalerweise schaue ich mir Horoskope
eher seltener an, aber der Jahreswechsel
übt doch eine besondere
Ausstrahlung auf solche Vorausschauen aus. Und wie die Sterne stehen, wird
ja vielfältig publiziert.
So habe ich gelesen (Zitat):
Jetzt wird es richtig spannend: Im Jahr 2008 stehen wir alle unter einem
äußerst seltenen Aspekt: Pluto befindet sich im
galaktischen Zentrum. Wir
können im nächsten Jahr mit großen Umbrüchen rechnen, mit mancher
Überraschung, aber
auch mit vielen nie dagewesenen Chancen.
Na da kann man ja gespannt sein.
Ich bin da so eingestellt, daß ich am liebsten das Positive aus Voraussagen
herauslese. Also, sind wir auf unsere Chancen
gespannt - und nutzen sie!
Das eine oder andere, was das Jahr uns bringen soll, ist uns ja auch
bekannt. Seitens der
Gemeinde haben wir es als Aufträge formuliert.
Wichtige Entscheidungen sind getroffen, die Segel sind gesetzt.
Jetzt heißt
es den Wind zu nutzen!
Schon Aristoteles hat gesagt
Wir können den Wind nicht ändern,
aber wir können die Segel richtig setzen.
(Aristoteles, 384-322 v.Chr., griech. Philosoph)
Der Wind bläst, es ist
der Wind des demographischen Wandels, der gesellschaftlichen Veränderungen,
Klima sowie
Energiegewinnung und -verwendung sind im Umbruch.
Der Wind bringt uns diese Wandlungen, er bringt uns aber auch
Möglichkeiten,
sie zu gestalten. Mit eigener und gemeinsamer Kraft oder auch mit
Hilfe von
anderen, z. B. Förderprogrammen,
die es zu nutzen gilt.
Wichtig ist, daß wir die dargebotenen Chancen nutzen, nicht verharren im
Vergangenen oder
Vergehenden. Was gestern war oder vor 30 Jahren ist
wichtig, auch als Grundlage für Entscheidungen. Aber wir müssen auch
erkennen, daß das Leben von ständiger Veränderung geprägt ist. Nur
dadurch
geschieht Weiterentwicklung.
Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an und handelt.
Dante Alighieri (ital. Dichter , 1265-1321)
Lassen Sie uns also
beherzt an das neue Jahr gehen, an die Umsetzung unserer Planungen. Mit dem
Haushaltsplan, der
in der Februarsitzung zur Verabschiedung heransteht,
haben wir die finanziellen Voraussetzungen geschaffen - mit sauberer
Grundlage. Wir stehen gut da.
Vieles wurde in den letzten Jahren bewältigt und solide finanziert. Mit
wichtigen Projekten
können wir die Zukunft gestalten - sinnvoll und
nachhaltig.
Vertrauen Sie uns und unserer Arbeit. Vertrauen Sie der Erfahrung,
der
Kompetenz und dem Weitblick der Gemeinderätinnen und -räte, der Arbeit
von
Gemeindeverwaltung und Bürgermeister.
Und gestalten Sie mit.
Unser kommunalpolitisches Geschehen, unser gesellschaftliches Leben in der
Gemeinde,
in den Vereinen, Kirchen, Organisationen und
Unternehmen ist
ausgerichtet auf konstruktives Handeln im Miteinander.
Wir brauchen Ihr
Engagement, Ihre Begleitung, ihre Würdigung und Wertung, auch in
konstruktiv-kritischer Weise.
"Kein Problem wird
gelöst,
wenn wir träge darauf warten,
daß ein Zuständiger sich darum kümmert."
Martin Luther King
Packen wir es an!
Ich danke Ihnen.
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