Am Anfang steh´n wir vor Kalendern
und wollen bessern, steigern, ändern.
Am Ende ist´s oft wunderbar,
wenn wenigstens nichts schlechter war.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
werte Gäste,
von Karl-Heinz Söhler stammt dieses Zitat, das mir in einem Gruß zum
Jahreswechsel von Bekannten zugesandt wurde.
Genauso bescheiden können auch wir auf das abgelaufene Jahr zurück
blicken. Kommunalpolitisch von meiner Seite betrachtet, wäre es wirklich
wunderbar, wenn es nicht schlechter wie das oder die vorangegangenen
gewesen wäre. Wenn ich die Messlatte betrachte, die ich vor Jahresfrist
angelegt habe, kann ich das leider nicht sagen.
Insofern möchte ich Karl-Heinz Söhler nochmals bemühen und lieber in
diesem Sinne voraus schauen:
Wenn’s alte Jahr erfolgreich war,
Mensch freue dich aufs neue,
und war es schlecht,
ja, dann erst recht!
Freuen wir uns also auf das bereits wieder 10½ Tage währende, neue Jahr.
Ich wünsche Ihnen und uns, dass es ein erfüllendes werde; alles Gute!
Schon fast traditionell darf ich Sie auch heuer wieder zu unserer
Neujahrs-Bürgerversammlung, auch im Namen der Damen und Herren des
Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung begrüßen.
Lassen Sie uns gemeinsam in vertrauter Runde einen Blick auf das
Geschehen in unserer Gemeinde werfen, zwanglos und offen darüber
sprechen - wie dies seither eine schöne Gepflogenheit war. So können
nicht nur Informationen zu Ihnen kommen, sondern ein gegenseitiger
Austausch erfolgen und das Miteinander gepflegt werden.
Die Mitglieder des Gemeinderats, Mitarbeiter der Verwaltung und
selbstverständlich ich stehen Ihnen gerne zur Verfügung - nicht nur
heute.
Begrüßen darf ich wieder besonders die erfolgreichen Sportlerinnen und
Sportler mit den Trainern, Vereinsmentoren und -vorsitzenden sowie
verdiente Blutspenderinnen und Blutspender, dazu die Vertreter des
DRK-Ortsvereins.
Begrüßen darf ich auch
Alt-Bürgermeister
Otto Freyh mit Gattin,
Rektorin
Barbara Rünz sowie von der Bundeswehr Herrn Batteriechef Hptm Tillery
und weitere Angehörige unserer Patenbatterie 5. PzFlakBtl 12
Ein herzlicher Gruß gilt den Kameraden der Feuerwehr, die uns wie immer
bewirten. Dafür, aber mehr noch, für Ihre stete Einsatzbereitschaft
tagaus tagein, ein großes Dankeschön!
Genauso danke ich allen, die sich um unser Gemeinwesen kümmern, aktiv
sind, es bereichern und gestalten - in vielfältiger Art und Weise.
Dazu gehören auch die uns verbundenen Behörden, Institutionen und
Organisationen, genauso wie die Presse, deren Vertreter ich auch heute
begrüßen darf und für eine stets faire Berichterstattung danke.
Zu meinen Ausführungen und den Ehrungen, die einen Schwerpunkt dieser
Veranstaltung bilden, haben wir Ihnen wiederum einen Pressespiegel und
Bilder des Jahres 2008 zusammengestellt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor Jahresfrist habe ich zurückblickend auf das Vorjahr sagen können:
„Aus kommunaler Sicht
war es ein gutes Jahr. Vieles ist gelungen - manches nicht und das eine
oder andere hätten wir uns noch gewünscht.“
Auch heute würde ich dies gerne sagen - und, in der Tat, es war kein
wirklich schlechtes Jahr. Von wirklich großen Unglücken wurden wir
verschont - wenngleich auch im letzten Jahr wieder katastrophale
Unwetter über uns niedergingen, es gab schöne Feste, Feiern und
Geselligkeiten und es ist auch viel gearbeitet worden und etliches
gelungen. Der Betrieb ist alles in allem ordentlich gelaufen.
Aber, wie bereits angedeutet, gemessen an dem, was wir uns auf die
Jahres-Agenda geschrieben hatten, kann ich im Jahr 2008 keine besonderen
Fortschritte erkennen.
Vielleicht muß man nach Jahren zahlreicher größerer und erfolgreicher
Projekte die Latte auch etwas nach unten legen und bescheidener werden.
So können dann die kleineren Chosen in den Blickpunkt rücken.
Doch möchte ich mich nicht in die Reihe der Kritikanten einfügen,
sondern mein Hauptaugenmerk auf das richten, was uns gelungen ist:
·
Fertigstellung des innerörtlichen Entwicklungskonzepts für den Ortskern
Hüffenhardt und Beauftragung eines Konzepts für Kälbertshausen
·
Auftrag
für ein neues Feuerwehrfahrzeug im Wert von über 200.000 Euro
·
AKP -
nach intensiver Beschäftigung und Diskussion konnten wir den Allgemeinen
Kanalisationsplan für Hüffenhardt auf den Weg bringen. Auf dieser
Grundlage werden wir die Entwässerung nach den neuesten Erkenntnissen
ausrichten. Ein mehrjähriges Investitionspaket wird damit auf den Weg
gebracht.
·
Planung
und Projektierung der Wohnumfeldgestaltung Gartenstraße mit
Kanalmaßnahmen
·
Forsteinrichtung für die nächsten 10 Jahre mit einem guten Zeugnis für
unseren Wald und die Bewirtschaftung
·
Bewilligung eines Fußgängerüberwegs an der Schule nach fast
jahrzehntelangem Bemühen
·
Im
gesellschaftlich-kulturellen Bereich
o
Pflege
der Gemeindepartnerschaften und der Bundeswehr-Patenschaft
o
Einweihung „Place de Hüffenhardt“ in Champvans
o
Öffentliches Gelöbnis
o
Erfolgreiche Teilnahme des Vereins der Hundefreunde am SWR1-Wettbewerb
„Wer hilft gewinnt“
Dazu gibt es durchaus noch viele andere Projekte und Aktivitäten, die
erwähnenswert sind, durch die wir, Sie, Vereine, Gruppen und Einzelne
unser gemeindliches Leben gestaltet und so zur Lebensqualität in
Hüffenhardt und Kälbertshausen beigetragen haben.
Die Vielzahl und die Redezeit lassen mich innehalten und einfach Danke
sagen für jedwede gute Tat.
Auch das Jahr 2009 gibt uns wieder neue Chancen.
Trotz Finanzkrise - die, obgleich der Ernsthaftigkeit und Schwere,
meiner Ansicht nach, von Katastrophenfanatikern und Medien noch über
Gebühr hochgeputscht wird - haben wir auch in diesem Jahr wieder viele
Möglichkeiten für unsere Gemeinde, für uns, die wir hier leben und
arbeiten, einiges zu tun.
Lassen Sie mich auch hier beispielhaft einige Wegpunkte nennen, deren
Erreichung wir uns vorgenommen haben:
§
Ausbau
Gartenstraße
§
Kanalmaßnahmen Gartenstraße und Kant-/Schillerstraße
§
Rathaussanierung
§
Erschließung von weiteren Abschnitten in den Baugebieten „Am Berg“
Hüffenhardt und „Hälde“ Kälbertshausen (Bauplatzpreise =
87 €/m² voll erschlossen - Familienrabatt 5 €/m²/Kind)
§
Wohnumfeldgestaltung im Bereich Hauptstraße 58
§
Erweiterung der Erddeponie
§
Beschaffung von neuen Stühlen für die Mehrzweckhalle Hüffenhardt
§
Gesteigerte Fortsetzung der Straßen- und Wegeunterhaltung
§
Friedhof
Hüffenhardt - neue Gräber + Wege + Orgelbeschaffung
(Vorjahr neue Gräber in Kälbertshausen)
à
Spenden-Aktion für das Gefallenen-Denkmal Hüffenhardt
Nicht weiter gekommen sind wir in unserer Gemeinde beim - so die
Titulierung in den Medien und aus der größeren und kleineren Politik -
„Mega-Thema Bildung und Betreuung“.
Für das letzte Jahr hatten wir - Gemeinderat, Verwaltung, Schule und
Kindergarten - für diese Herausforderung in unserer Gemeinde eine
Zukunftslösung erarbeitet, die leider nicht den Anklang gefunden hat,
den wir und viele Familien sich gewünscht hätten. In einem
Bürgerentscheid votierten 491 Bürgerinnen und Bürger, also 30,27 Prozent
der Wahlberechtigten, gegen das projektierte Kinderhaus.
Da der Beschluss im Gemeinderat einstimmig gefallen war und mit voller
Überzeugung, für die Kinder und Familien, für die Entwicklung und
Zukunft unserer Gemeinde das Richtige und wirtschaftlich Sinnvolle zu
tun, tun wir uns nun schwer, einfach das bestehende Kindergartengebäude
zu sanieren. Zumal wir für diese konservierende Lösung mindestens
genauso viel Geld ausgeben müssen, im Sinne der aktuellen
Bildungspolitik aber stagnieren.
Wir bitten Sie deshalb um Mithilfe, eine zukunftsfähige und
sowohl pädagogisch wie auch wirtschaftlich sinnvolle Lösung zur Bildung
und Betreuung für unsere Kinder und Familien zu erarbeiten.
Der Gemeinderat allein sieht sich derzeit nicht imstande, gegen die aus
der Arbeit eines dreiviertel Jahres resultierende Überzeugung, anders zu
entscheiden. Doch wir wollen und müssen uns dieser Aufgabe stellen.
Gemeinsam mit Ihnen.
In einer offenen Arbeitsgruppe soll dieses Thema nun nochmals
ausführlich und ergebnisoffen bearbeitet werden. Darin sollen Mitglieder
des Gemeinderats (4), Schule (2), Tageseinrichtung für Kinder (2) sowie
die Kirchengemeinde (1) und interessierte Bürger (4) vertreten sein. Ich
darf Sie im Namen des Gemeinderats ausdrücklich um Beteiligung bitten.
Schon heute können Sie ihr Interesse an einer Mitwirkung in dieser
Arbeitsgruppe zum Ausdruck bringen.
Nichtsdestotrotz stellt sich der Gemeinderat als Hauptorgan der Gemeinde
seinen ihm übertragenen Aufgaben und Kompetenzen. Und auch hier ist ihre
Beteiligung möglich.
Im Juni finden wieder Kommunalwahlen statt. Ich möchte schon
heute dazu aufrufen, sich rege zu beteiligen - sowohl aktiv als auch
passiv, also als Wähler und Kandidat. Wir freuen uns über alle, die
tatsächlich Verantwortung übernommen wollen.
Verantwortung für die Gestaltung des öffentlichen Wohls in seiner
Gesamtheit, für die Menschen in unserer Gemeinde. Des Gemeinwohls
wohlgemerkt, also des Wohles unserer Gesellschaft - und das muß nicht
unbedingt gleichzusetzen sein mit der Summe des Wohles oder des Willens
Einzelner. Auch wenn etliche Einzelne etwas wollen oder nicht wollen,
muß das noch lange nicht bedeuten, dass damit eine Steigerung des
gesellschaftlichen Nutzens, also des Gemeinwohls verbunden ist.
Ich möchte mich jedoch nicht dieser schwierigen Definitionsfrage
ergeben.
Auf jeden Fall ist unser Pflichtenheft und die Liste der Dinge, die wir
gerne übernehmen - und wohl auch der, die wir übernehmen müssen und die
aus dem Leben heraus auf uns zu kommen - wieder reichlich gefüllt.
Machen wir uns also auf den Weg,
gemeinsam,
mit Ihrer Unterstützung,
im Dialog,
gerne auch mit konstruktiv-kritischer Begleitung.
Die Hauptsache ist, es tut sich wieder was in unserer Gemeinde und wir
kommen voran!
"Wer kein Ziel vor Augen hat, kann auch keinen Weg hinter sich bringen."
(Martin Walser)
Oder, wie dies aktuell der neue amerikanische Präsident Barack Obama
ausdrückt und seine Landsleute aufmuntert, übrigens wie bereits 1972 die
amerik. Landarbeiter-Gewerkschaft mit ihrem gewerkschaftlichen Kampfruf
sowie später auch Bob der Baumeister:
„Yes, we can!”
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.