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Rede von Bürgermeister
Bruno Herberich
Sehr geehrte
Damen und Herren,
sind Sie gut
gekleidet; zweckmäßig, am besten wind- und wasserdicht?
Schneefest
vielleicht noch. Dann sind Sie jedenfalls heute gut hierher gekommen. Einen
wichtigen Beitrag dazu haben unsere Männer vom Bauhof geleistet, die derzeit
viele Winterdienst-Nachtschichten für Ihre Sicherheit leisten. Ihnen, mit
unserem Ortsbaumeister Torsten Hahn an der Spitze, möchte ich auch öffentlich
ein großes Kompliment und Dankeschön sagen.
Was will er
denn jetzt, mit dieser Klamottenfrage, werden Sie vielleicht denken?
Auch über
den Winter hinaus, ist das ein wichtiges Thema und eine wichtige Vorsorge für
das Jahr.
Denn, wie
habe ich dieser Tage in einer RNZ-Schlagzeile gelesen:
"2010
wird's stürmisch, 2011 droht ein Orkan"
(RNZ-Bericht vom 07.01.2010 vom Neujahrsempfang in Schönbrunn)
Das sind ja
Aussichten.
Aber, wie
lautet ein geflügeltes Wort zum Wetter?
Es gibt kein
schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!
Also, legen
wir die richtige Kleidung an, sofern wir sie im Schrank haben und willens sind,
sie anzuziehen. Wappnen wir uns entsprechend.
Auf die
Kommune übertragen - denn um Aussichten für die Kommunen geht es - heißt das:
Wetterfest machen und darauf einstellen.
Also, das
Richtige wählen, vorausschauend handeln, solide mit der Ausstattung und seriös
mit der Konstitution umgehen, nicht übernehmen.
Werfen
wir einen Blick in unseren - kommunalen - Schrank:
Was enthält
er, was bietet er uns, aus welchem Fundus können wir uns bedienen?
So bunt wie
das Leben, sind die alltäglichen kommunalen Erfordernisse. Besser gesagt, sie
sind Leben. Nur ist bei der Be(g)klei(t)dung und bei der Ausstattung darauf zu
achten, daß es - bei aller Wertschätzung von individuellen oder
gruppenspezifischen Belangen und Begehrlichkeiten - um gemeinschaftliche
Interessen geht. Daß man auch über den Tellerrand, kommunalpolitisch auch
Kirchturm genannt, hinaus schauen sollte und dabei die Zukunft im Blick hat.
Dies gelingt am besten, indem man die Gegenwart überlegt, aktiv und innovativ
gestaltet. Sinnvolles Bewahren von Bewährtem ist dabei sicher von Nutzen;
verharren auf überkommenen Strukturen vielleicht eher kontraproduktiv.
Lassen Sie
uns also einen Blick in den Gemeinde-Schrank werfen, welche Mischung aus
Bewährtem, Notwendigem und Nützlichem er uns bietet:
Was für alle Tage
Da sind wir
kontinuierlich im Erhalt und in der weiteren Verbesserung unserer Ausstattung:
die Straßen, Wege und Plätze.
Wer mit
offenen Augen durch unsere Orte geht, erkennt, was sich getan hat. Auch im
letzten Jahr haben wir mit der Wohnumfeldgestaltung Gartenstraße und dem Platz
Hauptstraße 58 unser Ortsbild auffrischen können. Dazu kommen beständige
Aufwendungen in der Straßen- und Wegeunterhaltung; Zug um Zug, so wie wir das
leisten können.
Mit dem
örtlichen Entwicklungskonzept Hüffenhardt haben wir und Sie, die Anwohner im
Ortskern, ein interessantes und wichtiges Leitbild. Schon die ganzen Jahre ist
es uns gelungen, bestmögliche Förderungen aus dem ELR, dem Entwicklungsprogramm
Ländlicher Raum, zu erreichen. Um dies noch verbessern zu können, bereiten wir
einen Antrag zur Aufnahme in die neue Förderkulisse MELAP+ vor.
Auch für Kälbertshausen wird derzeit ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet. Der
Ortschaftsrat ist u. a. auch damit beschäftigt und wird die Öffentlichkeit zu
gegebener Zeit informieren. Dazu gehören auch Überlegungen für die Gestaltung
eines zentralen Dorfplatzes.
Mit unseren
Bemühungen einher geht auch die Anpassung der Straßenbeleuchtung an ökologische
und ökonomische Erfordernisse. Hier sind wir schon 1995 mit unserem
Grundsatzbeschluß für den prinzipiellen Einsatz von Natriumdampf- statt
Quecksilberleuchten einen konsequenten Weg gegangen. Damit wir Erfahrungen mit
der technischen Weiterentwicklung sammeln können, haben wir hier vor der Halle
zwei LED-Leuchten installiert. Diesen Versuch ermöglicht uns unser
Energiepartner, die EnBW, wofür ich mich bedanken möchte.
Inwieweit
wir uns aufgrund der nicht unproblematischen "Wetterprognose" weitere
"Schönwetterkleidung", wie z. B. aufwendige Platzgestaltungen leisten können,
muß überlegt werden. Allerdings sollten wir dabei die gebotenen Chancen nicht
außer Acht lassen.
So wäre es
fahrlässig, beim Ausbau der Kanalisation nicht gleichzeitig an eine sinnvolle
Gestaltung des Wohnumfelds zu gehen. Insofern sollten Überlegungen zur
Ringstraße sowie die August-Hermann-Franke-Straße auf der Agenda 2010 stehen.
Wenn es uns mal schlechter geht - oder damit wir uns einfach Tag für Tag
wohlfühlen können
Medizinische
Versorgung vor Ort ist für eine Gemeinde unserer Größenordnung fast als optimal
zu bezeichnen: prakt. Arzt, Zahnarzt, Tierarzt sowie weitere Heil- und
Hilfsberufe
Auch die
übrige, alltägliche Nahversorgung ist gewährleistet.
Nutzen Sie
diese Möglichkeiten, denn das ist die beste Standortsicherung!
Wenn es brenzlig wird, wenn wir Hilfe brauchen
Neues
Löschfahrzeug für die Feuerwehr, deren Ausstattung in beiden Abteilungen wir in
den letzten Jahren zielsicher auf den neuesten Stand gebracht haben.
Für schöne, festliche Anlässe oder auch für die körperliche
Fitneß
Unsere
Begegnungsstätten, die Halle hier in Hüffenhardt, und das Bürgerhaus
Kälbertshausen sind bestens ertüchtigt. In Hüffenhardt haben wir uns nach über
30 Jahren neue Stühle "gegönnt" und wir konnten im Rahmen des
Konjunkturprogramms des Bundes den Hallenboden erneuern.
Nachbessern müssen wir hier allerdings im Bereich der sanitären Anlagen und im
Außenbereich.
Was für die Kleinen
Auch dafür
haben wir etwas im Schrank; es liegt zwar weiter hinten, weil wir es schon vor
gut zwei Jahren reingepackt haben, aber es ist immer noch topaktuell. Damals
wäre es trendy gewesen; wir hätten die Mode für morgen mit kreiert. Jetzt tragen
es schon einige und es werden immer mehr.
Schick,
zeitgemäß, langlebig, etwas zum Wohlfühlen was man im Kindergarten und in der
Schule tragen kann - ohne dazwischen nach was Neuem schauen zu müssen. Denn das
haben die Kleinen gerne und es nützt Ihnen - ein Leben lang.
Aber
vielleicht ist es für manche bequemer, das Leibchen von vorgestern hervor zu
kramen?
Und für die Größeren
Da haben wir
mit dem Jugendhaus Hüffenhardt und dem Jugendraum Kälbertshausen das passende
Outfit. Hier kann die Jugend frei entscheiden, wie sie sich stylen und lernen,
was gesellschaftsfähig ist.
Zur Begegnung der Generationen, zur Unterstützung von Eltern und
Familien
Mit der
Teilsanierung des Gebäudes Keltergasse 14, die uns das Konjunkturprogramm des
Bundes ermöglicht, können wir die Räumlichkeiten zu einem Familienzentrum
ausbauen. Dies ist ein weiterer Pluspunkt unserer familienfreundlichen
Einstellung.
Für leidvolle Ereignisse, schwere Stunden, in denen wir Sorge
tragen müssen für unseren letzten Weg
Nachdem wir
im vorangegangenen Jahr im Friedhof Kälbertshausen neue Grabstätten angelegt
haben, wurde im letzten Jahr der 1. Abschnitt einer umfangreichen Erweiterung im
Friedhof Hüffenhardt bewerkstelligt. 2010 werden die Arbeiten dort zum Abschluß
gebracht werden können. Unser Bauhof leistet auch dort hervorragende Arbeit.
Darüber hinaus sollte unser Gedanke, erweiterte, alternative Bestattungsformen,
evtl. beim Friedhof Kälbertshausen, zu ermöglichen, weiter erörtert und dann
umgesetzt werden.
Wenn es mal regnet? Und für
stärkere Niederschläge
Umsetzung
des AKP Hüffenhardt zur Optimierung der Ortsentwässerung
1. + 2.
Abschnitt (Gartenstraße/Brühl + Kant-/Schillerstraße) erledigt
3. + 4.
Abschnitt (Ringstraße + AH-Franke-Straße) stehen an
AKP für
Kälbertshausen ist beauftragt
Und wenn noch jemand zu uns kommen möchte?
Auch für
diejenigen haben wir was in unserem Schrank: In Hüffenhardt, "Am Berg", und in
Kälbertshausen, "Hälde", stehen Baugrundstücke zu familienfreundlichen Preisen
zur Verfügung. Die Erschließungsarbeiten konnten 2009 planmäßig getätigt werden.
Für Besuche unserer Nachbarn
Wirtschaftsweg "Milbensee" Hüffenhardt - Siegelsbach (Konjunkturprogramm des
Landes Baden-Württemberg)
ÖPNV -
zusätzliche Buslinien, Zubringerdienste in Richtung Schwarzbachtal-S-Bahn und
dann auch Stadtbahn Bad Rappenau
Was ist mit dem Klimawechsel?
Der ist im
Gange. Viele merken, daß da was kommt; manche spielen es herunter, andere
übertreiben und die nächsten wollen es nicht wahrhaben und einfach so
weitermachen.
Ich meine jetzt nicht den meteorologischen, der muß uns genauso beschäftigen,
sondern ich spiele auf demographische Veränderungen an. Der Wandel der
gesellschaftlichen Zusammensetzung ist im Gange. Und er wird alle Bereich
erfassen - Wirtschaft, Kultur, Sport, Vereinsarbeit, öffentliche Einrichtungen,
Seniorenarbeit, Bildung, Betreuung; um exemplarisch einige zu nennen.
Darauf müssen wir reagieren. Wir müssen unsere Anstrengungen konzentrieren, uns
neu ausrichten. Funktionelle Kleidung ist angesagt; Qualität entscheidet - auch
im interkommunalen Vergleich!
Ich denke,
Sie wissen, worauf ich auch anspiele.
Machen wir
uns also auf. Machen Sie sich auf, sich und die Gemeinde wetterfest
auszustaffieren. Unser Schrank ist ordentlich gepackt. Er enthält vieles, was
nützlich und zukunftssicher ist. Auch mancher Plunder liegt noch drin; teilweise
sogar von vorvorgestern. Auch wenn man sich von solchen Dingen oftmals nur
schwer trennt, bringt ein Festhalten, gar ein Anziehen von Klamotten, die nicht
mehr passen, uns nicht weiter.
Man kann
zwar nicht für Alles vorsorgen, aber, ich denke, durch unser Handeln in der
zurückliegenden Zeit haben wir die richtige Montur in den Schrank gelegt.
Und, was
wichtig ist: Sie ist weitgehend bezahlt oder zumindest überschaubar und solide
finanziert. Wir haben sogar noch einen stattlichen Betrag im Portemonnaie,
sprich in der Rücklage.
Auch zwicken
muß unsere Kleidung niemanden über Gebühr. Denn, eben die und auch unsere
Steuersätze sind kommod und im kommunalen Vergleich mehr als konkurrenzfähig!
Ich wünsche
Ihnen, daß Sie dafür die richtigen Modeberater und Schneider haben - und, daß
Sie Ihnen dann vertrauen.
Nicht, daß
es ein Heulen und Zähnklappern gibt, wie Regierungspräsident Dr. Kühner es für
spätestens 2011 prophezeit hat.
Bevor ich
schließe, möchte ich noch ein Wort des Dankes aussprechen.
Es gilt als
erstes meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung, also
im Rathaus, im Bauhof, Wald und allen Bereichen der Gemeinde.
Äußerst engagiert, kompetent und loyal leisten sie einen wichtigen Beitrag für
den Bestand und die Entwicklung unserer Gemeinde, in der Fürsorge für sie alle,
die Menschen, die hier leben und sind, die Wirtschaft, die Institutionen.
Danken kann
ich ebenfalls den Mitgliedern des Gemeinderats für die gute Zusammenarbeit. In
erster Linie wurde das Jahr noch von den Gemeinderätinnen und -räten der
vorangegangenen Amtszeit äußerst konstruktiv gestaltet. Seit Ende September
arbeitet das Gremium in neuer Konstellation. Und auch hier ist die
Zusammenarbeit in Sachthemen konstruktiv und zumeist einmütig.
Es zeigt sich, daß bei einer Konzentration auf die Sache die positive Arbeit
auch in den Ergebnissen durchaus Kontinuität hat.
Darauf
sollte man auch in Zukunft bauen und ohne Emotionalität oder persönliche
Animositäten sich seiner unvoreingenommenen Amtsführung, dem Wohl der Gemeinde
und seiner Einwohner verpflichtet, widmen.
Auf diese
Art und Weise ist uns vieles gelungen.
Danke für
Ihre Aufmerksamkeit und Danke an alle, die, frei nach Kennedy, nicht fragen, was
die Gemeinde für sie tun kann, sondern selbst für die Gemeinde etwas tun.
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