Patenbatterie bei Gefechtsübung mit dem gesamten Bataillon

Überquerung des Neckars bei Obrigheim










Amphibienbrücke war Höhepunkt der Gefechtsübung
Panzerflugabwehrkanonenbataillon 12 aus Hardheim verteidigte fiktives schwaches Land im freien Feld
Zuschauer beeindruckt
Hardheim. "Die Truppen von "Bavarius" sind wieder hinter der Landesgrenze, die politische Situation stabilisiert sich!" Mit diesen Worten begann die Ansprache des Kommandeurs, Oberstleutnant Carsten Breuer auf dem Exerzierplatz in der Carl-Schurz-Kaserne am Mittwochabend. Und weiter: "Wir werden nach Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen eine demilitarisierte Zone an der Landesgrenze einrichten und überwachen - Übungsende!". Mit diesem Wort ging die Gefechtsübung des Panzerflugabwehrkanonenbataillons 12 zu Ende.

Die Soldatinnen und Soldaten des Hardheimer Flugabwehrverbandes verteidigten in einer fiktiven Lage ein militärisch schwaches Land (Badensia) gegen einen hochgerüsteten Aggressor (Bavarius) im Raum des Uffenheimer Beckens. "Regionale Ähnlichkeiten in den Namen sind rein zufällig", bestätigte Major Mark Emmerich, der für Planung und Steuerung der Übung verantwortliche Stabsoffizier des Bataillons.

Begonnen hat die Übung mit einer Verlegung im Straßen- und Eisenbahntransport nach Baumholder in der Nacht auf Sonntag 2. April. Auf dem rheinland-pfälzischen Truppenübungsplatz führten die Soldaten ein straffes Ausbildungsprogramm durch. Neben der Ausbildung mit dem Flugabwehrkanonenpanzer Gepard, die im scharfen Schuss bei einem Gefechtsschießen gipfelte, wurden auch Handwaffen geschossen. Unterstützt wurden dabei die Frauen und Männer durch die 2. Kompanie des ABC-Abwehr-Bataillons 750 aus Bruchsal, welche die Ausbildung zur Dekontamination von Personen und Fahrzeugen begleiteten.

Nach Beendigung der Ausbildung ging es dann zum nächsten interessanten Ausbildungsabschnitt. Über das Bundeswehrdepot in Siegelsbach, wo die Gefechtsfahrzeuge der Hardheimer Soldaten im Eisenbahntransport aus Baumholder kamen, verlegte man in den "Einsatzraum" Uffenheimer Becken.

Der Höhepunkt war gewiss die Überwindung des Neckar mit einer Amphibienbrücke der Pioniere aus Minden. Für die meisten der Soldatinnen und Soldaten aus Hardheim war dies das erste Mal, dass sie die Gelegenheit bekamen, über eine Kriegsbrücke zu fahren.

"Es war schon irre, was die Pioniere da geleistet haben. Wie schnell die so eine Brücke aufbauen. Klasse", war aus den Reihen der zahlreichen Zuschauer zu hören. Im Morgengrauen fuhren die Amphibienbrücken in das Wasser bei Obrigheim und bauten in Windeseile die Brücke auf. Unter dem Schutz der Flakpanzer der 2. Batterie des Panzerflugabehrkanonenbataillons 12 konnte dann das gesamte Bataillon den Neckar zum Teil im Fährbetrieb überwinden. Den Zuschauern wurde zudem mit dem Einsatz von Flugzieldarstel-lung, unter anderem mit Tornado der Luftwaffe, ein fasziniertes Spektakel geboten, das seines Gleichen sucht.

Von der Standhaftigkeit der Brücke konnten sich Oberstleutnant Carsten Breuer, der Kommandeur des Pionierbataillons, Oberstleutnant Stern, sowie die Bürgermeister Hüffenhardts, Bruno Herberich und Hardheims Heribert Fouquet persönlich überzeugen. Die nächsten Tage führte die Soldatinnen und Soldaten dann von der BAB 7 bis zurück zur Tauber. "Die Soldaten haben ein hohes Maß an Disziplin, Professionalität und Einsatzbereitschaft an den Tag gelegt", bewertete Oberstleutnant Breuer die Übung. "Dies zeigt sich vor allem in der Tatsache, dass die eine oder andere verschnupfte Nase die Soldatinnen und Soldaten nicht davon abhalten konnte, die Übung auch bei nasskaltem Wetter bis zum letzten Tag durchzustehen."

Nach Ende des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung, in dem freilaufende Übungen der verbündeten Streitkräfte an der Tagesordnung waren, sind solche Bilder vielerorts in Vergessenheit geraten. Dass dieses Szenario eines Flugabwehreinsatzes auf einer solchen Übung erprobt wird, hat auch heute seine Bedeutung nicht verloren. Das erweiterte Aufgabenspektrum der Bundeswehr in einer NATO- oder UN-geführten Operation kann auch den Einsatz dieser schweren Waffen notwendig machen. Um so wichtiger ist es für die Soldaten, auch neben den gängigen Aufgaben im Standort und den routinemäßigen Ausbildungsvorhaben auf Truppenübungsplätzen diese Fähigkeiten des Flugabwehrgefechts weiter zu vertiefen. Eine Gefechtsübung dieser Art fordert die Soldaten im höchsten Maße.

Dass sich die Bundeswehr nicht hinter ihren Kasernenzäunen oder auf Übungsplätzen verstecken muss, sondern Teil der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens ist, zeigt diese freilaufende Übung ebenso, wie die zahlreichen öffentlichen feierlichen Gelöbnisse. Am 28. April findet in Osterburken ein solches Feierliches Gelöbnis statt. Die Rekruten der 4. Batterie werden an diesem Tag in ihrer Patengemeinde geloben, "der Bundesrepublik treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."

Ebenso laufen die Vorbereitungen zum Geburtstag des Bataillons und der Garnisonsgemeinde Hardheim am 6. Mai auf vol-len Touren. Auch dort können die Gefechtsfahrzeuge bestaunt werden, die an der Gefechtsübung im Uffenheimer Becken zu sehen waren. Der Bataillonsgeburtstag beginnt am 6. Mai mit dem Einmarsch des Bataillons nach Hardheim ab 9 Uhr, begleitet von historischen Fahrzeugen. Auf dem Schlossplatz wird dann ab 10 Uhr ein feierlicher Appell stattfinden, bei dem gleichzeitig eine neue Patenschaft mit dem US-Verband 5th BN 7th ADA aus Hanau eingegangen wird.

Ab 12 Uhr öffnet die Carl-Schurz-Kaserne ihre Tore und die Soldaten bieten den Besuchern ein reichhaltiges Programm mit statischer Waffenschau auch mit historischen Fahrzeugen der Bundeswehr seit ihrer Gründung, dynamischer Waffenschau, "Leben im Felde", die Allgemeine Grundausbildung und vielem mehr. (po)

 
   

 

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