Begründung der Gemeindepartnerschaft zwischen Máriakálnok und Hüffenhardt  

 

Partnerek es Barátok - Partner und Freunde

Máriakálnok und Hüffenhardt begründen  Gemeindepartnerschaft

Mit einem gewichtigen Geschenk im Gepäck ging eine insgesamt 57-köpfige Delegation aus der Gemeinde Hüffenhardt mit Bgm Bruno Herberich und insgesamt sieben Mitgliedern des Gemeinderats an der Spitze sowie musikalischer Begleitung der Feuerwehrkapelle auf die Reise zur neuen Partnergemeinde Máriakálnok. Das Gastgeschenk, ein rund zweieinhalb Zentner schwerer und 1,40 Meter hoher  Stein, in den die Wappen der beiden Gemeinden eingehauen sind, sorgte zunächst für Probleme bei der Gepäckverstauung. Trotz dieser stattlichen Fracht,  machte sich die Abordnung in früher Morgenstunde, unbeschwert auf die zwölfstündige Fahrt. Einen ersten Eindruck von der besonderen Gastfreundschaft der Ungarn erfuhren die Besucher, darunter 21 neue Ungarn-Fahrer, schon beim herzlichen Empfang am Kulturhaus; so wurde jede Dame mit einer Blume begrüßt. Bürgermeister Sándor Széles begrüßte die Gäste und lud ein, die Gemeinsame Zeit intensiv zu genießen.

 

Der Freitag stand im Zeichen des Kennenlernens. Morgens wurde die Gemeinde Máriakálnok vorgestellt. Das im Jahr 1264 erstmals urkundlich erwähnte Dorf, bei dem seit dem 14. Jahrhundert eine Marien-Wallfahrtskapelle steht, hat rund 1.500 Einwohner. In landschaftlich reizvoller Umgebung, an der Wieselburger Donau gelegen, sind interessante  Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten geboten. Besonders etabliert hat sich mittlerweile der die Pferdezucht und der Reitsport auf internationalem, hohem Niveau. Im Dressurzentrum, wo auch der ungarische Nationaltrainer aktiv ist, bekam man darüber interessante Einblicke. Besucht wurden auch der Kindergarten und die Schule, in der alle Kinder bis Klasse 8 gemeinsam unterrichtet werden. Erst danach geht es an weiterführende Schulen oder in den Beruf.
Teilweise sportlich ging es am Nachmittag zu. Gestärkt durch eine im Kessel frisch zubereitete Fischsuppe, konnten sich die Teilnehmer im Bogenschießen üben und einen kleinen Teil der insgesamt 800 Kilometer Wasserwege der Schüttinsel per Kanu kennen lernen. Alte Handwerke der Gegend, wie Korbflechten oder sogar Goldschürfen wurden ebenso gemeinsam unternommen. Ein geselliger Abend, gestaltet von der Feuerwehrkapelle, an dem sogar gemeinsam deutsche und ungarische Lieder gesungen wurden, rundete den Tag ab. Besonders gefallen hat den Gastgebern das leidenschaftlich gesungene Badnerlied.
Der Samstag war der "offizielle" Tag. Morgens war man Gast bei der Einweihung des neuen Kirchplatzes, wo die Feuerwehrkapelle im Anschluss zum Platzkonzert aufspielte. Bei einem Besuch im Friedhof gedachte man der Toten - viele bekannte Namen heutiger Hüffenhardter Familien. Ergreifend waren die auf deutsch vorgetragenen Gesangsstücke des "Lindenblumen-Chors" Máriakálnok.
   
Der feierliche Höhepunkt mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wurde von der Feuerwehrkapelle Hüffenhardt umrahmt. Beeindruckend war schon der Beginn mit den beiden Nationalhymnen, die von allen kräftig mitgesungen wurden. Bürgermeister Sándor Széles sprach in seiner Rede von der gegenseitigen Achtung und vom Vertrauen, als der Basis der Partnerschaft. Als Freunde schließe man an die an diesem Tag den förmlichen Bund, der den beiden Gemeinden eine besondere Bedeutung für die Völkergemeinschaft zuordne. Wichtig sei, dass in dieser Partnerschaft die Menschen zueinander kämen. Auch Bürgermeister Bruno Herberich sprach von Freundschaft und Sympathie; jener, die er schon bei seinem ersten Zusammentreffen gespürt habe. Er betrachtete die "Freundschaft als die Ursache des Guten" und verband damit die Aufforderung an die Einwohner beider Gemeinden, stetig daran zu arbeiten. Die Partnerschaft stelle nur den Rahmen dar. Das Bild, das über die Jahre und Jahrzehnte entstehen soll, müssen die Menschen selbst malen. Es soll ein buntes und lebendiges Kunstwerk geben, und doch real! Als sichtbare Zeichen der Verbindung, überreichte er den Stein mit der Inschrift „Partner und Freunde - Partnerek es barátok“, was als Aussage für heute und Aufforderung für die Zukunft verstanden werden solle. Auch eine Uhr mit Wappen und Gravur „Unsere Freundschaft soll alle Zeit überdauern.“ - auf deutsch und ungarisch, gestaltet von Gemeinderat Heiko Hagner und Markus Stark wurde überreicht. Wünsche, die aus vollem Herzen formuliert seien, gerade in einer Zeit, die von Wandel und Unstetigkeit geprägt sei. Vor der Unterschrift wurden die Urkundentexte auf ungarisch von Vizebürgermeisterin Emma - Muci - Gaspari und auf deutsch von Bürgermeister-Stellvertreter Ludwig Sauer verlesen.

Der Unterzeichnung folgte der Austausch der Gemeindefahnen, bevor mit der Europahymne zum Sektumtrunk übergegangen wurde. Ein Gottesdienst in der Wallfahrtskapelle beschloss die Festlichkeit. Beim abendlichen Nationalitätenball wurde dann noch mal richtig begeistert gefeiert. Eine frenetisch aufspielende ungarische Tanzkapelle brachte die Gesellschaft in Wallung, und die deutschen Besucher wollten den feurigen ungarischen Tänzern nicht nachstehen. So wurde bis in den Sonntag hinein gesungen und getanzt. Entsprechend schwer, gefühlsmäßig als auch körperlich, fiel der Abschied am Sonntagmorgen. Sichtlich beeindruckt von der großartigen Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Máriakálnoker begab man sich doch wieder auf die zwölfstündige Tour gen Heimat. Im nächsten Jahr erwartet  man den Gegenbesuch in Hüffenhardt, für den gerne noch interessierte Gastgeber gesucht werden. (bh)

 

 

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