Nachlese zum Straßenfest

Entschlossene Festlesgänger – Hüffenhardter trotzten dem Wetter

Musikalische und kulinarische Akzente rund um die Kirchgasse

 
Hüffenhardt (ag): Eines vorweg: die Hüffenhardter sind ihrem Straßenfest bei jedem Wetter treu. Zum Glück hatte das zweijährig wiederkehrende Ereignis schon am Samstag bei strahlendem Sonnenschein begonnen. Bürgermeister Walter Neff setzte beim Fassanstich den Zapfhahn gekonnt, Schützenhilfe gab Dachsenfranz-Geschäftsführer Wilhelm Werner aus Zuzenhausen.
Zur Freibierrunde erklang das Badner Lied, kraftvoll musiziert von der Feuerwehrkapelle und auch aus den Kehlen der Eröffnungsgäste. Unter ihnen der Amerikaner Jim Coe, der derzeit bei Hüffenhardter Freunden zu Gast ist. Freibier kenne man in seiner Heimatstadt Las Vegas nicht, versicherte er und genoss deutsche Geselligkeit.
Mit ihren Gastwirtschaften auf Zeit verliehen zehn Vereine und Gruppen Höfen und Scheunen überraschenden Charme und machten die Kirchgasse für das Wochenende zur Flaniermeile. Ungezählte fleißige Hände sorgten dafür, dass sich die Besucher wohl fühlten. Die Jüngsten unter den Gastgebern kamen aus dem Klassen zwei und drei der örtlichen Grundschule: Alle zwei Jahre verkaufen die Kinder und ihre Eltern beim Dorffest Waffeln und Crêpes und bessern damit ihre Landschulheimkasse auf. Zuckerwattenwickler waren heuer die Jugendtanzgruppe „Passion 2 Dance“ der Carnevalisten, die „Wilden Jungs“ luden zum Dorfest-Kino. Einen Anziehungspunkt für Enkel und Großeltern schuf Rainer Guth mit seiner kleinen Schlepperausstellung: „Schlepperfreunde Henkert“ nennen sich die Buldog-Sammler und zeigten liebevoll gepflegte Fahr- und Deutz-Modelle.
Mit seiner mobilen Küche Marke Eigenbau war der Schützenverein in eine Doppelgarage eingezogen und glänzte auch bei vielen auswärtigen Gästen mit Festerprobtem wie Steaks, Schnitzel und Wurst. Frische Salate gab es in der Nachbarschaft, aber auch mit ihren Kuchen punkteten die Landfrauen in ihrer gemütlichen Festwirtschaft, wo sich die Gäste sogar in gepolsterten Gartenmöbeln niederlassen konnten. Lifemusik mit Alpenländer Flair steuerte Ludwig Wagenbach auf dem Akkordeon bei. Die Ausrüstung des gebürtigen Hüffenhardters und Wahl-Rosenheimers passt auf einen Bollerwagen. Die Feuerwehrkapelle empfing Gäste aus Asbach, Helmstadt, Bargen, Obergimpern und Bonfeld und die Kirchengemeinden setzen mit ihrem Musikprogramm am Samstag Abend einen neuen Akzent: „The Sultan of Swing“ heißt das Jazz-Duo von Mike Unger (Gitarre, Gesang) und Alt-Saxophonistin Vanessa Pettendorfer, das bis spät in die Nacht Blues, Pop und Swing im Pfarrgarten spielte. Am Sonntag bot das evangelische Gemeindehaus die begehrtesten Plätze: „“Bei uns war es warm und vor allem trocken“, freute sich Silvia Eckert über den guten Zulauf. Allein rund 70 Kuchen brachten sie und ihre Mitstreiter unters Volk. „Siedfleisch und Meerettich sind aus“ war die überraschende Nachricht beim Sportverein am frühen Sonntagnachmittag. Trotz ungemütlicher 16 Grad und Dauerregen kehrten die Kirchgänger nach dem ökumenischen Gottesdienst ein – zu Sauerbraten und Knödeln beim Carnevalverein, zu Calamares oder Schweinebraten beim Partnerschaftskomitee, zur Weinprobe beim Gesangverein. Als letztes packte am Sonntag das Rote Kreuz ein: Schnäpse, Liköre und Sekt gibt’s beim Ortsverein traditionell, heuer erst am Sonntagabend ohne Regenwasser-Verdünnung. ag
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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