Kategorie: Nachrichtenportal

Nach derzeitiger Rechtsprechung haften die Waldbesitzenden im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht im Wald und an Waldwegen nicht für waldtypische Gefahren. Dies gilt jedoch nicht für Bereiche mit einer besonderen Verkehrssicherungspflicht am und im Wald, wie z. B. Erholungseinrichtungen, Bebauungsgrenzen und öffentliche Verkehrswege.

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung zählen zu den waldtypischen Gefahren solche, die sich aus der Natur oder der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes unter Beachtung der jeweiligen Zweckbestimmung ergeben. Sie umfassen die Gefahren, die von lebenden oder toten Bäumen ausgehen.

Im Gegenzug dazu haften Waldbesitzende im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht bei atypischen Gefahren. Atypische Gefahren sind alle nicht durch die Natur oder durch die Art der Bewirtschaftung mehr oder weniger zwangsläufig vorgegebenen Zustände, insbesondere vom Waldbesitzer geschaffene oder geduldete Gefahren, die ein Waldbesucher nicht oder nicht rechtzeitig erkennen kann und auf die er sich nicht einzurichten vermag, weil er nicht mit ihnen rechnen muss. Dazu zählen z. B. (nicht waldtypische) Hindernisse, die einen Weg versperren oder nicht gesicherte Holzstapel.

Durch klimabedingte Schäden begründete Gefahren, insbesondere trockenheitsbedingte Ast und Kronenabbrüche, zählen damit zu den natürlichen und somit zu den waldtypischen Gefahren. Dies bedeutet, dass sich die Verkehrssicherungspflicht des Walsbesitzenden im Wald und entlang von Waldwegen in der Regel nicht auf derartige Gefahren bezieht.
Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

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