Untrennbar mit der Gemeinde Hüffenhardt sind Edgar John und Karl Schramm verbunden:


Edgar John - Kunstmaler in Hüffenhardt (* 11.02.1913 + 18.04.1996)

EJohnAufgewachsen in Ramstein/Pfalz, studierte Edgar John an der Mannheimer Kunstakademie und Berlin. Stipendiaten brachten ihn darüber hinaus nach Kassel und Königsberg. Über seine Arbeit für Mannheimer, Karlsruhe rund Pfälzer Zeitungen schloss John Bekanntschaft mit Liebermann, Slevogt und Adam. Seine erfolgreiche Arbeit als Pressezeichner und Kunstmaler blieb nicht unbemerkt, so sind beispielsweise noch heute Bilder von Edgar John in der Mannheimer Kunsthalle ausgestellt. John arbeitete für seine Bilder mit unterschiedlichsten Techniken, von der Radierung über Linol- und Holzschnitt, Bleistift-, Feder-, Rötel- und Kohlezeichnungen, Öl- und Aquarellgemälde bis hin zu Mosaikarbeiten. Darüber hinaus gehörten die Gestaltung von Brunnen, das Plastizieren mit Ton sowie das künstlerische Schmieden von Metallen zu seinem Technik-Repertoire. Sein Talent dürfte nicht zuletzt damit begründet sein, dass er durch Vater und Großvater, beide erfolgreiche Kirchenmaler bzw. Kirchenrestauratoren früh mit den verschiedensten Künsten in Berührung kam.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zu den Kriegsberichterstattern. Rund 1000 Zeichnungen und Bildern aus dieser Zeit erzählen von den Eindrücken des Edgar John an der Front.

Nachdem Mannheim durch das Kriegsgeschehen stark zerstört worden war, fand John in Hüffenhardt eine neue Heimat. Hier lernte er seine Frau Erika kennen und wurde sesshaft. Nach dem Krieg arbeitete er als Pressezeichner und freier Journalist für das Heidelberger Tageblatt, die Rhein-Neckar-Zeitung, den Mannheimer Morgen und Die Rheinpfalz. Weiter war er für diverse Verlage tätig. Viele Porträts und Zeichnungen des Ortsgeschehens verdanken wir seiner Kreativität. Ob Landschaftsbilder, Menschen oder Gebäude des Ortes und der Region- die John-Bilder erzählen noch heute eindrucksvoll vom damaligen Leben und Zeitgeschehen. Die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger erzählen gerne von dem Mann mit Hut, Zigarre und Zeichenstift.

Neben seinen begehrten Kunstmappen und Jahreskalendern verschönern seine Bilder und Graphiken noch heute immer wieder das Amtsblatt der Gemeinde Hüffenhardt, aber auch zahlreiche Heimatbücher, Karten und Wohnzimmer von Hüffenhardter Bürgern. Auch im Rathaus der Gemeinde sind einige Bilder und Zeichnungen von Edgar John zu bewundern (Zeichnung Ruhbankdenkmal von Edgar John).ruhbankjohn

Als Mitbegründer des örtlichen Sport- und des Schützenvereins prägte er maßgeblich das dörfliche Leben und setzte sich für die Integration der Evakuierten und Heimatvertriebenen ein.

Nicht nur das künstlerische und das gesellschaftliche Wirken, sondern auch politische Tätigkeit von Edgar John ist herauszuheben. In Hüffenhardt gestaltete er fast zwei Jahrzehnte (von 1956 bis 1975) das kommunale Geschehen mit, von 1960 bis 1962 an entscheidender Stelle als Amtsverweser. Auch als Schöffe am Landgericht Heidelberg brachte sich John ein und wurde der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Sein Engagement wurde 1983 im Rahmen der 900-Jahr-Feier der Gemeinde mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt. Mit der Benennung einer Straße im Baugebiet „Am Berg“ hält die Gemeinde die Erinnerung an Edgar John wach.

Im Jahr 2007 organisierten seine Nachkommen darüber hinaus eine überaus erfolgreiche Ausstellung im Bad Rappenauer Rathaus.


 

Karl Schramm - der „Badische Sängergruß“ aus Hüffenhardt

Der Sohn einer nicht unvermögenden Bauernfamilie (* 01.07.1833 + 11.04.1893) war ursprünglich für die Hofübernahme bestimmt. Seine außergewöhnliche Begabung und der damals in Hüffenhardt amtierende Pfarrer Mickel als Mentor, verschafften ihm letztendlich eine Ausbildung am Lehrerseminar in Bonndorf.

Die nicht gerade üppigen Einkünfte als Lehrer in Heidelberg, veranlassten ihn, sich ein Zubrot zu verdienen. Gelegenheit bekam er vom Grafen Graimberg geboten, der ihn zur Erteilung von Musikstunden für seine Tochter engagierte. Ein Stipendium an der Universität Heidelberg war sichtbarer Ausdruck der Sympathie, die er sich beim Grafen Graimberg erworben hatte. Die Freude am Studium währte nur kurz. Der Umgang dieses lebenslustigen Mannes mit sicher nicht minder fröhlichen Studenten betrachtete seine vorgesetzte Behörde als Gefährdung seines Seelenheils und versetzte ihn kurzerhand nach Neckarau bei Mannheim. Vergrämt kehrte er daraufhin dem Schuldienst den Rücken und nahm die ihm von der Gemeinde Neckarau angebotene Stelle eines Ratschreibers an, was er allerdings in späteren Jahren für eine nicht sehr glückliche Entscheidung hielt.

kschrammhAuch persönliche Schicksalsschläge konnten seiner Liebe zur Musik und zum Gesang keinen Abbruch tun. Er gründete 1861/62 den Sängerbund Neckarau, dem er ununterbrochen 30 Jahre als Dirigent und Vorstand angehörte. Das größte Verdienst des in Hüffenhardt geborenen und aufgewachsenen Karl Schramm - wenn auch lange nicht bekannt - ist der von ihm verfasste und auch komponierte Badische Sängergruß, der noch heute zum festen Liedgut der badischen Gesangvereine zählt:

„Vom See bis an des Maines Strand,

eint uns der Töne mächtig Band.

Hoch Deutsches Lied, Hoch Badner Land!“

Der „Badische Sängergruß“ ist am Geburtshaus von Karl Schramm in der Staugasse 16 angebracht. Mit der Benennung einer Straße, hat die Gemeinde ihren bekannten „Sohn“ gewürdigt.

 


 

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